WIEN. Der österreichische Tabakmarkt schrumpft, liefert dem Staat aber mehr Geld. Laut dem „JTI-Tabakmarkt-Report 2025“ stiegen die Einnahmen aus der Tabaksteuer im Vorjahr um 50 Mio. € auf 2,18 Mrd. € – und das, wiewohl der Zigarettenabsatz um rund vier Prozent zurückging
Rückläufiger Markt
Silvia Polan, Director Public Affairs & Communication bei JTI Austria, beschreibt im medianet-Interview mit Herausgeber Chris Radda die Entwicklung nüchtern: „Wir sehen einen Markt, der strukturell rückläufig ist, zumindest im klassischen Zigarettensegment. Gleichzeitig bleiben die Steuereinnahmen hoch.“
Steueranpassungen und Preisentwicklungen hätten dazu geführt, dass das Aufkommen trotz sinkender Mengen steigt. Tabak- und Nikotinprodukte seien mittlerweile zum Teil budgetärer Konsolidierungsmaßnahmen avanciert.
Der langfristige Trend liegt bei einem Rückgang von ein bis 1,5% pro Jahr, 2025 fiel das Minus mit rund vier Prozent signifikant stärker aus. Ein Teil davon ist echter Konsumrückgang, ein weiterer Teil Konsumverschiebung ins Ausland. Der Anteil nicht im Inland versteuerter Zigaretten stieg von 11,7 auf 13%. Dabei handle es sich überwiegend um legale Einkäufe im EU-Ausland, nicht primär um illegalen Handel. Gefälschte Ware liegt bei rund 0,5%.
Abgewandeltes Monopol
Den Rahmen für diese Entwicklung setzt das österreichische Tabakmonopol, dessen Wurzeln bis 1784 zurückreichen. Das Produktionsmonopol wurde mit dem EU-Beitritt aufgegeben, indes: Das Vertriebsmonopol blieb. Trafiklizenzen gehen bevorzugt an Personen mit mindestens 50% Behinderungsgrad. Die gesetzlich geregelte Handelsspanne beträgt 53% vom Nettowert – was im europäischen Vergleich einen Spitzenwert darstellt.
Gleichzeitig schrumpft das Netz von etwa 4.500 auf etwa 4.300 Trafiken. Die Gründe: Nachfolgefragen und die Bereinigung um wirtschaftlich schwächere Standorte. Um die Nahversorgung zu sichern, werden Lizenzen teils an andere Verkaufsstellen vergeben.
Garant für Steuereinnahmen
Regulatorisch wird das System ausgeweitet: Ab April 2026 werden Nikotinbeutel in das Monopol integriert, für E-Liquids gilt ein eigenes Lizenzmodell. „In Österreich gibt es einen breiten Konsens, dass dieses Modell Stabilität bietet – sowohl für die Marktordnung als auch für das Steueraufkommen“, berichtet Polan. (red)
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