VKI warnt vor Sonnencremes von Billig-Onlineplattformen
© APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
RETAIL Redaktion 17.07.2026

VKI warnt vor Sonnencremes von Billig-Onlineplattformen

WIEN. Sonnencremes von Billig-Onlineplattformen weisen laut einer Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) erhebliche Mängel auf. Gemeinsam mit europäischen Verbraucherorganisationen wurden 14 No-Name-Sonnenschutzmittel von Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress untersucht. Kein getestetes Produkt wurde als empfehlenswert eingestuft.

Im Rahmen des internationalen Gemeinschaftstests wurden die Produkte auf ihre Inhaltsstoffe und ihre Schutzwirkung geprüft. Zum Zeitpunkt des Einkaufs lagen die Preise zwischen 27 Cent und 7,59 Euro pro 100 Milliliter. Von den 14 bestellten Produkten konnten letztlich nur sieben getestet werden, da einige nicht oder verspätet geliefert wurden. Drei weitere Produkte enthielten laut Inhaltsstoffliste den in der EU verbotenen UV-Filter 4-MBC und wurden daher von der Untersuchung ausgeschlossen.

„Für 4-MBC gilt seit Mai 2026 ein vollständiges Verkaufsverbot, weil ernsthafte Sicherheitsbedenken bestehen, insbesondere hinsichtlich der hormonellen Wirkung und unklarer Langzeitrisiken“, erklärt VKI-Kosmetik- und Chemikalienexpertin Birgit Schiller.

Vier der sieben getesteten Produkte erfüllten nicht einmal die Mindestanforderungen an Sonnenschutzmittel. Obwohl sie mit Lichtschutzfaktoren von 50, 50+, 90 oder 90+ beworben wurden, reichte der tatsächliche UV-Schutz nicht aus. „Diese Mindestanforderungen liegen bei einem Lichtschutzfaktor von 6 beziehungsweise einem UVA-Schutzfaktor von 2“, kritisiert Schiller. Die Produkte seien daher eher als Bodylotions denn als Sonnenschutzmittel einzustufen.

Auch das einzige Produkt mit akzeptablem UV-Schutz wurde vom VKI nicht empfohlen, da es den UV-Filter OMC enthielt. Dieser gilt als potenziell hormonell wirksamer Stoff und wird auch mit negativen Auswirkungen auf Korallenriffe und die Meeresumwelt in Verbindung gebracht.

„Ein fehlender oder deutlich zu geringer UV-Schutz kann zu Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und langfristig zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko führen“, warnt VKI-Expertin Birgit Schiller abschließend. „Unsere klare Empfehlung lautet daher: Finger weg von No-Name-Sonnenschutzmitteln von Billig-Onlineplattformen.“ (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL