Wifo-Report: Handelsstimmung so gut wie seit vier Jahren nicht
© APA/dpa/Fabian Sommer
RETAIL Redaktion 17.02.2026

Wifo-Report: Handelsstimmung so gut wie seit vier Jahren nicht

WIEN. Die Stimmung im österreichischen Einzelhandel hat sich zum Jahresbeginn 2026 deutlich aufgehellt. Laut aktuellem Wifo-Konjunkturreport im Auftrag des Handelsverbands sind die Erwartungen der Händler so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. „Die Erwartungen der heimischen Händler sind heuer laut Wifo so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Die sinkende Inflation, steigende verfügbare Einkommen und eine rückläufige Sparquote verleihen dem privaten Konsum endlich neuen Schwung“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des freiwilligen, überparteilichen und unabhängigen Handelsverbands.
Erstmals liegen nun auch die finalen Umsatzzahlen für 2025 vor. Der österreichische Einzelhandel ohne Kfz und Tankstellen erzielte einen Nettoumsatz von 79,5 Mrd. Euro, ein nominelles Plus von 2,9% gegenüber 2024. Preisbereinigt ergibt sich ein reales Wachstum von 0,7%. Wifo-Experte Jürgen Bierbaumer, Autor des Reports, spricht von einer leichten Stabilisierung nach schwierigen Jahren.

Nach einem Rückgang im November 2025 erholte sich der Dezember deutlich. Die Umsätze stiegen nominell um 1,9%, real lagen sie mit -0,2% nahezu auf Vorjahresniveau. Vor allem der Lebensmittelhandel gewann an Dynamik, während sich der Non-Food-Bereich weiter verhalten entwickelte.

Für 2026 mehren sich die Anzeichen einer Erholung. Die Inflation sank im Jänner laut Schnellschätzung auf 2,0%. Nach einem Rückgang der real verfügbaren Einkommen 2025 (-0,9%) wird heuer ein leichtes Plus von 0,1% erwartet. Gleichzeitig dürfte die Sparquote erstmals seit 2023 wieder unter 10% sinken, konkret auf 9,6%. Das schafft Spielraum für Konsum, bereits in den ersten drei Jännerwochen registrierte das Wifo eine merkliche Belebung.

Auch der Wifo-Konjunkturklimaindex im Einzelhandel verbesserte sich deutlich von -7,3 Punkten im November auf -2,7 Punkte im Jänner. Der Saldo zu den Geschäftserwartungen liegt erstmals seit dem Frühjahr 2022 nicht mehr im pessimistischen Bereich.

Die Beschäftigung im Handel bleibt leicht rückläufig. Im Dezember 2025 waren inklusive Kfz 330.670 Personen unselbständig beschäftigt (-1,5%). Gleichzeitig sank die Zahl offener Stellen auf 8.404 nach über 9.300 ein Jahr zuvor. „Wenn dieser Trend anhält, kann 2026 zu einem Jahr der schrittweisen Erholung werden“, sagt Will, warnt aber vor anhaltend hoher Kostenbelastung. Wifo-Experte Bierbaumer erwartet für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,2%, im Handel eine reale Wertschöpfungssteigerung von 1,4%.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL