WIEN. „Die öffentliche Diskussion um den digitalen Euro gewinnt zunehmend an Fahrt. Zwei von drei Befragten in Österreich ist die geplante Zahlungsalternative, die als Ergänzung zum Bargeld eingeführt werden soll, schon ein Begriff. Was die Akzeptanz und den Nutzen des digitalen Euro anlangt, zeigen sich die Österreicher allerdings noch reserviert“, sagt Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), in Bezug auf aktuelle ÖGfE-Umfragedaten.
Das Thema ist bekannt
Rund zwei Drittel der Befragten (67%) geben in der österreichweiten Umfrage an, dass sie bereits vom digitalen Euro gehört haben. Knapp drei von zehn (29%) war der digitale Euro bis dato unbekannt. Vier Prozent äußern sich nicht. Männer geben (mit 79%) häufiger als Frauen (56%) an, dass ihnen der digitale Euro ein Begriff ist. Auch mit steigendem Alter nimmt seine Bekanntheit zu – drei Viertel der Personen über 50 Jahre sagt der digitale Euro etwas, bei den unter 30-Jährigen sind es etwa die Hälfte. Menschen mit FPÖ-Parteipräferenz (82%) sowie Befragte, die für einen EU-Austritt sind (76%), antworten häufiger, schon vom digitalen Euro gehört zu haben.
Die Hälfte ist skeptisch
42% könnten sich – aus heutiger Sicht – vorstellen, die zukünftige Zahlungsvariante, sollte sie eingeführt werden, auch zu nützen (14% „sicher“ und 28% „eher schon“), die Hälfte der Befragten zeigt sich skeptischer und antwortet „eher nicht“ (27%) oder schließt dies „sicher“ aus (23%).
Acht Prozent können sich zurzeit dazu noch keine Meinung bilden. Junge Befragte sind eher bereit, den digitalen Euro nutzen als ältere (bis 29 Jahre: 52% „sicher/eher schon“, über 70 Jahre: 33%), EU-Befürworter häufiger als Personen, die sich den EU-Austritt wünschen (55% zu 18%).
Unabhängigkeit Europas
Drei von zehn Befragten (29%) glauben, dass ein digitaler Euro dazu führt, die Unabhängigkeit Europas zu stärken, 49% teilen diese Ansicht nicht, 22% können dazu nicht Stellung nehmen.
Dass Europa durch den digitalen Euro mehr Unabhängigkeit erlangt, glauben vor allem junge Menschen und Befürworter der EU-Mitgliedschaft (je 40%). Personen, die einen EU-Austritt präferieren, nehmen dies zu acht Prozent an.
„Die Bereitschaft, selbst einen digitalen Euro zu nutzen, den man sich noch nicht so recht vorstellen kann, ist ausbaufähig“, sagt Schmidt. (rk)
Im stetigen Kampf um die Zustimmung
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