BRÜSSEL/WIEN. Die Europäische Union verschärft ihren Kampf gegen Korruption deutlich – und erhöht damit auch den Druck auf Unternehmen. Mit der neuen EU-Anti-Korruptionsrichtlinie entsteht erstmals ein weitgehend einheitlicher strafrechtlicher Rahmen für Korruptionsdelikte in der EU. Das Europäische Parlament hat die Richtlinie am 26. März 2026 beschlossen; die Annahme durch den Rat erfolgte am 21. April 2026. Die Richtlinie wurde am 11. Mai 2026 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.
Ein klares Signal
Die Mitgliedstaaten haben nun 24 bzw. in manchen Fällen 36 Monate Zeit für die Umsetzung in nationales Recht. Ziel ist es, Definitionen von Korruptionsdelikten, Mindeststrafen und Anforderungen an Prävention EU-weit stärker anzugleichen. Für Unternehmen ist das ein klares Signal: Künftig wird es nicht mehr ausreichen, bloß formale Compliance-Regeln auf dem Papier zu haben. Wer im Korruptionsfall als Unternehmen auf mildernde Umstände hoffen will, muss nachweisen können, dass Anti-Korruptionsmaßnahmen im Unternehmen tatsächlich wirksam sind – also Risiken erkennen, adressieren und Verstöße verhindern. (rk)
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