Druck auf Temu und Shein wächst
© Global 2000 / Mira Nograsek
Alexandra Strickner, politische Geschäftsführerin Global 2000
RETAIL Redaktion 13.08.2026

Druck auf Temu und Shein wächst

Caritas Wien, Clean Clothes Campaign, Fairtrade Österreich, Global 2000, Handelsverband und Südwind fordern von der Bundesregierung Maßnahmen gegen unfaire Wettbewerbsbedingungen im internationalen Onlinehandel.

WIEN.  In einem gemeinsamen offenen Brief warnen die Organisationen vor einem wachsenden Ungleichgewicht zwischen heimischen Unternehmen und großen internationalen Plattformen und Direktversendern.

Während österreichische Unternehmen zahlreiche Vorgaben bei Produktsicherheit, Steuern, Umwelt- und Arbeitsstandards erfüllen müssen, würden Waren aus Drittstaaten vielfach ohne ausreichende Kontrollen auf den europäischen Markt gelangen. Allein 2025 wurden 5,9 Mrd. E-Commerce-Sendungen mit geringem Warenwert in die EU eingeführt. Zollkontrollen zeigen laut offenem Brief, dass ein erheblicher Teil der Importe nicht den EU-Vorschriften entspricht.

Als Beispiel führt das Bündnis die Kontrollen der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle an. 2023 entfielen 79,7% der Prüfungen auf Unternehmen mit Sitz in Österreich und 19,8% auf Firmen aus anderen EU-Staaten. Bei Drittstaatenunternehmen wurde lediglich eine Prüfung durchgeführt, 2024 keine einzige.
„Temu, Shein und Co. sind gigantische Müllmaschinen. Aggressive Werbung lockt uns in eine Müll-, Klima- und Ressourcenfalle“, kritisiert Alexandra Strickner, Geschäftsführerin von Global 2000. Ein Test der Organisation habe gezeigt, dass Ultra-Fast-Fashion aus China Gefahren für Umwelt und Menschen berge. Umweltstandards müssten daher für alle Anbieter gelten.

Das Bündnis fordert unter anderem mehr personelle und technische Ressourcen für Zoll- und Marktüberwachungsbehörden sowie einen rascheren Aufbau des europäischen Zolldatenzentrums. Dieses soll Sendungs- und Risikodaten zentral verfügbar machen und nach Ansicht der Unterzeichner deutlich vor dem bislang vorgesehenen Jahr 2028 starten.

Zudem sollen Online-Plattformen stärker in die Verantwortung genommen werden. Ist für ein Produkt aus einem Drittstaat kein verantwortlicher Wirtschaftsakteur in der EU oder im EWR benannt, soll die Plattform selbst diese Verantwortung übernehmen. Bei wiederholten Verstößen fordert das Bündnis wirksame Sanktionen bis hin zu De-Listings und temporären App-Sperren.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL