Die aktuelle Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen zeigt deutliche strukturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Einkommen, finanzieller Sicherheit und Vermögensaufbau. Finanzielle Unabhängigkeit zählt für 90% der Menschen in Österreich zu den wichtigen Lebenszielen – doch Frauen starten mit spürbar schlechteren Rahmenbedingungen: Der Gender Pay Gap beträgt 18,3%, die geschlechtsspezifische Pensionslücke liegt bei 40,3%. Gleichzeitig leisten Frauen 62% der unbezahlten Arbeit. Das führt im Alter zu klaren Konsequenzen: Alleinlebende Pensionistinnen sind doppelt so häufig armutsgefährdet wie alleinlebende Pensionisten.
Eingeschränkter Zugang
Trotz der hohen Relevanz bleibt der Zugang zu Finanzthemen für viele Frauen eingeschränkt. Nur 42% bezeichnen ihr Interesse an Finanzfragen als hoch (Männer: 62%). Im Selbstbild zeigt sich ein ähnliches Muster: 35% der Frauen stufen ihr Finanzwissen als gering ein – mehr als doppelt so viele wie Männer (15%).
Gerade ältere Frauen bewerten ihr Wissen schlechter, während die Bedeutung finanzieller Unabhängigkeit steigt. Dieses Spannungsfeld erschwert konkrete Schritte: In Lebensphasen mit größerer finanzieller Verantwortung fühlen sich viele Frauen nicht ausreichend sicher, um Entscheidungen zu treffen. „Frauen treffen täglich unzählige Entscheidungen – nur bei Geldfragen trauen sie sich oft zu wenig zu. Finanzbildung ist der Schlüssel, dieses Zutrauen zu stärken. Jede Frau, die heute beginnt, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen, macht morgen einen großen Schritt Richtung Unabhängigkeit“, so Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank.
Sicherheit vor Rendite
Beim Investieren werden die Unterschiede noch deutlicher: Nur 29% der Frauen investieren in Wertpapiere (Männer: 49%), während sie häufiger zu risikoarmen Sparformen greifen 61% priorisieren Sicherheit über Rendite. Männer wählen deutlich öfter ein ausgewogenes oder renditeorientiertes Profil.
Die häufigsten Gründe der Frauen: zu wenig Wissen und zu wenig verfügbares Geld (je 35%). Beides führt zu einem Kreislauf aus geringerer Investitionstätigkeit und niedrigerem Vermögensaufbau.
Gerda Holzinger-Burgstaller: „Wer später beginnt zu investieren, hat weniger Zeit, Ersparnisse aufzubauen; wer weniger Geld hat, investiert seltener – und wer seltener investiert, hat im Alter weniger Vermögen.
Dadurch entsteht ein Teufelskreis.“
Mentale Gesundheit gefährdet
Finanzielle Unsicherheit wirkt sich spürbar auf die mentale Gesundheit aus: 90% der Frauen sagen, dass Geldsorgen ihre psychische Belastung erhöhen (Männer: 87%).
Der Wunsch nach Orientierung ist entsprechend hoch: 78% der Frauen vertrauen bei Anlageentscheidungen ihrer Bankberaterin – und damit deutlich mehr als KI-basierten Empfehlungen (nur neun Prozent vertrauen).
„Finanzielle Selbstbestimmung darf kein Privileg sein. Unser Ziel ist es, Frauen nicht nur den Zugang zu Finanzwissen zu erleichtern, sondern ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie finanzielle Stabilität Schritt für Schritt erreichen können. Jede Investition in Finanzbildung ist letztlich eine Investition in mehr Chancengleichheit,“ so Holzinger-Burgstaller. She invests, ein Format der Erste Bank, macht diese Inhalte zugänglich: In Webinaren, Panels und Formaten von Frauen für Frauen werden Themen wie Budgetierung, Sparen, Veranlagen praxisnah von internen als auch externen Expertinnen vermittelt.
Zur Studie
Die Befragung wurde von Integral im Zeitraum 16.–22. Jänner 2026 durchgeführt (812 Online-Interviews, CAWI). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Wohnbevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren.
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