WIEN. Obwohl die internationalen Rohölpreise trotz anhaltender geopolitischer Spannungen zuletzt auf knapp über 70 € je Barrel gesunken sind, bleiben die globalen Kraftstoffmärkte angespannt. Ursache sind mittlerweile weniger Versorgungsrisiken bei Rohöl als vielmehr begrenzte Raffineriekapazitäten. „Die Märkte signalisieren eine ausreichende Rohölverfügbarkeit, während die Verarbeitungskapazitäten hinter der Nachfrage zurückbleiben. Dadurch bleiben die Preise für raffinierte Produkte hoch, obwohl die Rohölnotierungen deutlich nachgegeben haben“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Inflationsdruck hält an
„Der energiebasierte Inflationsdruck hält damit an und erschwert die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank“, so Bruckbauer. Die Verlagerung des Engpasses von der Rohölförderung zur Verarbeitung führt dazu, dass niedrigere Rohölpreise nur eingeschränkt an den Zapfsäulen spürbar werden. „Auch in Österreich zeigt sich eine zunehmende Entkopplung zwischen Rohöl- und Treibstoffpreisen“,sagt UniCredit Bank Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Der Rohölpreis ist seit Mai 2026 um mehr als 20% gesunken, doch Diesel und Benzin klar weniger. (rk)
„Diskussion TV versus Digital ist überholt“
Der Medienmarkt befindet sich im Umbruch: Globale Plattformen setzen heimische Medien wirtschaftlich unter Druck, KI eröffnet neue Möglichkeiten und sorgt zugleich für Verunsicherung,