•• Reinhard Krémer
Die Geschäftslage ist in Österreich seit einiger Zeit schwach. In Zusammenspiel mit der hohen Kostenbelastung führte das zu einer gefährlichen Kombination, die für viele Unternehmen zur unüberwindbaren Hürde wurde. Infolgedessen mussten im Jahr 2025 etwas mehr als 6.800 Betriebe Insolvenz anmelden. „Zwar weisen laut unser jüngsten Austrian-Business-Check-Umfrage in Österreich knapp 70 Prozent der Unternehmen nach wie vor eine solide Finanzstruktur auf, dennoch ist für viele das Ende der Fahnenstange erreicht. Sie können den Kostenberg nicht mehr bewältigen und müssen Insolvenz anmelden“, sagt Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Bei fast jeder zweiten Unternehmensinsolvenz (47,2%) des Vorjahres sind operative Mängel der Hauptgrund. Dazu zählen insbesondere Finanzierungsschwächen,
Weitere Pleiteursachen
Liquiditätsengpässe und eine mangelnde Forderungsbetreibung (15,1%) aber auch Absatzschwächen (12,6%), eine schlechte Kostenstruktur (10,9%) und ein mangelhaftes Controlling bzw. Planungsschwächen (8%). Mit dem Blick auf die vergangenen Krisenjahre zeigt sich, dass operative Ursachen zuletzt deutlich häufiger in Erscheinung getreten sind als noch vor einigen Jahren (niedrigster Wert in 2022: 29%).
„Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass viele Betriebe aufgrund des anhaltenden Krisenmodus ihre Basisarbeit im Tagesgeschäft vernachlässigen. Daraus resultieren Fehlentscheidungen, die sich im Nachhinein kaum noch korrigieren lassen“, so Götze. Gründungsfehler waren auch im Vorjahr für beinahe jede fünfte Unternehmensinsolvenz (18,4%) ursächlich, wenngleich es gegenüber dem Jahr 2024 einen Rückgang von 1,6% zu verzeichnen gab.
Woran es Pleitiers mangelt
Insbesondere fehlendes branchenspezifisches Know-how oder mangelhafte betriebswirtschaftliche Kenntnisse (9,1%) stehen in dieser Kategorie an erster Stelle. Darüber hinaus ist mitunter zu wenig Eigenkapital bei der Gründung vorhanden oder es fehlt dem Gründer schlichtweg die Fähigkeit, ein Unternehmen zu gründen. „Die aktuelle Marktlage verzeiht keine Wissenslücken rund um eine Gründung. Wer aktuell plant, einen Betrieb aus der Taufe zu heben, sollte über sehr viel Know-how verfügen“, so der KSV-Experte.
Laut vorliegender KSV1870 Analyse sind 11,2% (2024: 11,5%) aller Firmenpleiten des Vorjahres auf strategische Ursachen, insbesondere auf eine mangelhafte Antwort auf Marktveränderungen, zurückzuführen. „In diesen Fällen wurde entweder zu spät oder – im schlimmsten Fall – gar nicht auf aktuelle Marktentwicklungen oder auch Krisen reagiert, stattdessen