Worunter die  Wirtschaft leidet
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„Man muss keine Angst haben, die ersten Schritte (zur Cybersicherheit; Anm.) zu tun“, sagt KSV1870-CEO Ricardo-José Vybiral. „Man muss eher Angst haben, wenn man es nicht tut.“
FINANCENET Redaktion 28.08.2026

Worunter die Wirtschaft leidet

Alle sparen und es fehlt an positiver Energie in den Köpfen, sagt KSV1870-CEO Ricardo-José Vybiral.

WIEN. Im Studiogespräch des TV-Formats „financenet“ verweist Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG, auf die solide Kapitalbasis vieler heimischer Unternehmen. Bei zahlreichen Kapitalgesellschaften liege die Eigenkapitalquote über 50%. Gleichzeitig fehle es aber
weiterhin an Investitionsbereitschaft.

Lediglich 48% der Unternehmen bezeichneten ihre Geschäftslage als sehr gut oder gut. Aus den über Jahrzehnte gesammelten Wirtschaftsdaten des KSV1870 lasse sich ableiten, dass erst ab einem Wert von mehr als 60% von einer wirklich dynamischen Konjunktur gesprochen werden könne. Derzeit seien zudem mehr als 80% der Unternehmen in irgendeiner Form auf Sparkurs.

„Die Konsumenten sparen, die Unternehmen sparen und die Regierung spart“, sagt Vybiral. Kurzfristige Einsparungen seien nachvollziehbar, dauerhaft könne daraus jedoch kein Aufschwung entstehen. „Irgendwann müssen wir wieder in den Investitionsmodus kommen und positive Energie in die Köpfe bekommen. Wirtschaften hat viel mit Psychologie zu tun.“

Wachsende Cyberkriminalität
Eine zusätzliche Herausforderung sieht Vybiral in der wachsenden Cyberkriminalität. Die werde Cybersicherheit in vielen Betrieben weiterhin „stiefmütterlich behandelt“ oder ausschließlich als Aufgabe der IT verstanden. Mit dem Inkrafttreten der österreichischen Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2 im Oktober 2026 werden verpflichtende Sicherheitsmaßnahmen und Meldeprozesse eingeführt. Direkt betroffen sind laut KSV1870 rund 4.000 Organisationen der kritischen Infrastruktur, darunter Unternehmen aus den Bereichen Energie, Gesundheit, Telekommunikation, IT und Finanzwirtschaft. Die Auswirkungen reichen jedoch deutlich weiter. Die betroffenen Konzerne müssen auch die Sicherheit kritischer Lieferanten prüfen. Schätzungen zufolge könnten dadurch 50.000 bis 80.000 weitere Unternehmen mittelbar erfasst werden.

CyberRisk Rating
Der KSV1870 bietet über seine Tochtergesellschaft Nimbusec GmbH ein CyberRisk Rating an. Ziel sei eine handhabbare Zertifizierung, die Unternehmen nicht mit zusätzlicher Bürokratie überfordert. Vybiral warnt davor, das Thema zu delegieren: „Cybersicherheit ist kein reines IT-Thema, sondern ein Geschäftsführungsthema.“ Neben möglichen Betriebsunterbrechungen und finanziellen Schäden drohten Haftungsrisiken sowie Strafen von bis zu zehn Millionen Euro. (rk)

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