Kassen holen auf
© Austrian Health Forum/Klaus Ranger
Peter McDonald, Arbeitgebervertreter in der ÖGK, zeigt sich mit dem bisherigen Sanierungskurs zufrieden.
HEALTH ECONOMY Redaktion 24.08.2026

Kassen holen auf

Die Prognose zum heuer erwarteten Defizit bei den Krankenkassen hat sich zuletzt deutlich verbessert.

•• Von Evelyn Holley-Spiess

WIEN. Es ist der viel zitierte Silberstreif am Horizont, der sich nach Veröffentlichung der ­jüngsten Prognosen zur Gebarung der Krankenversicherungsträger abzeichnet. Sparmaßnahmen aber auch zusätzliche Einnahmen lassen den erwarteten Abgang für das heurige Jahr deutlich schrumpfen.
>>
Statt minus 204,8 Mio. € wird in der aktuellen vorläufigen Erfolgsrechnung nur noch ein Defizit von 111,2 Mio. € erwartet. Im Detail weist die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) nun ein Minus von 151,5 Mio. € aus (zuletzt war von minus 217,8 Mio. € ausgegangen worden). Bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) wird ein Verlust von 65,1 Mio. € erwartet (vor drei Monaten waren es noch minus 102,7 Mio. €). Bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS), die als einzige Kasse positiv bilanziert, rechnet man hingegen mit  einem etwas geringeren Gewinn von 105,4 statt 115,6 Mio. € für 2026.

Die Vorschau für die kommenden Jahre hat sich ebenfalls verbessert, wobei die Kurve nach wie vor steil nach unten zeigt: Über die drei Träger hinweg wird 2027 ein Minus von 188,2 Mio. € (statt wie bisher 427,4 Mio.) erwartet, im darauffolgenden Jahr 2028 ein Minus von 406 Mio. € (bisher minus 684,5 Mio.). 2029 soll der Abgang bei 681,5 statt 1.006,3 Mio. liegen und 2030 bei minus 855,8 Mio € (statt minus 1.127,8 Mio).

Vom Ziel „noch weit entfernt“
Peter McDonald, in diesem Halbjahr turnusmäßig Chef des Dachverbands der Sozialversicherungsträger sowie Dienstgebervertreter in der ÖGK, zeigt sich zufrieden. Man habe hart daran gearbeitet, vom Milliardendefizit in Richtung Turnaround zu kommen. Dazu beigetragen hätten Gehaltsabschlüsse unter der Inflation, die Streichung von 300 Dienstposten in der ÖGK und die Reduktion von Verwaltungsflächen.
ÖGK-Arbeitnehmervertreter Andreas Huss verweist in diesem Zuammenhang auf die Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrags der Pensionisten, die wesentlich zur günstigen Entwicklung beigetragen habe. Dennoch sei man vom Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses noch weit entfernt.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL