OPs gegen Geld
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Für die Vorreihung auf den OP-Wartelisten von Spitälern in Oberösterreich bezahlten ­Patienten 200 bis 8.600 Euro.
HEALTH ECONOMY Redaktion 27.10.2026

OPs gegen Geld

Laut einer IHS-Studie im Auftrag der AKOÖ wartet man kürzer auf einen OP-Termin, wenn man dafür bezahlt.

•• Von Sabine Stehrer

LINZ/WIEN. 810 Personen, die eine Operation in einem öffentlichen Krankenhaus oder Ordensspital in Oberösterreich hinter sich hatten, befragte das Institut für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) für eine Studie zu Wartezeiten auf OPs. Die Befragungen fanden zwischen September 2025 und Jänner 2026 statt und bezogen sich auf OPs in den drei Jahren davor. Das Ergebnis: Man wird vorgereiht und wartet kürzer, wenn man für die Vorreihung bezahlt.

13,1% der Befragten gaben an, ihnen sei angeboten worden, die Wartezeit durch einen Besuch in der Ordination eines Wahlarztes zu verkürzen, der im Spital operiert. 6,1% nahmen dieses Angebot an. 9,1% berichteten von dem Angebot, die Wartezeit durch eine weitere Zahlung zu verringern. 2,8% nahmen dieses Angebot an und bezahlten für die Vorreihung 200 bis 8.600 €. Auch wie sehr sich die Wartezeiten durch die Beiträge verkürzten, wurde für die Studie erhoben: Wer nichts bezahlte, hatte im Median eine Wartezeit von 20 Wochen. Wer zahlte, wartete 12,5 bis 17,5 Wochen. Lediglich acht Wochen hatte man mit einer privaten Zusatzversicherung zu warten. Und wer mehrere private Kanäle nutzte, konnte die Wartezeit noch einmal drücken: auf 7,5 Wochen. In Anbetracht dessen fordert die AKOÖ, dass die Terminvergabe bei OPs „nur nach medizinischen, betriebsorganisatorischen und sozialen Aspekten“ erfolgen dürfe.

„Nicht nachvollziehbar“
Mit den Studienergebnissen konfrontiert, sagte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Johannes Steinhart, diese seien für ihn „nicht nachvollziehbar“. Besonders kritisierte er den daraus abgeleiteten Korruptionsvorwurf. Auch sonst gab es etliche Reaktionen auf die Studie. Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) forderte transparente Wartelisten. Aus der SPÖ hieß es, Patienten müsse unabhängig vom Einkommen rascher als derzeit geholfen werden. Für die Neos und die FPÖ zeigt die Studie Reformbedarf im Gesundheitswesen auf. Die Grünen sehen in dem in der Studie dargelegten Mechanismus einen Angriff auf die Grundprinzipien des solidarischen Gesundheitssystems.

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