••• Von Sabine Stehrer
INNSBRUCK/WIEN. Welche Bedeutung hat Health Influencing auf Social Media? Und ist das gesundheitsbezogene Influencing auf WhatsApp, YouTube, Facebook oder Instagram gefährlich? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein internationales Team aus Forschung, Medizin und Patientenvertretung unter der Federführung der Innsbrucker Hochschule MCI für eine Studie.
Junge besonders gefährdet
Das Ergebnis fasst Hauptautor Raffael Heiss von der Hochschule MCI so zusammen: „Insbesondere für junge Menschen zählen Influencer zu den wichtigsten Informationsquellen im Bereich Gesundheit, aber ihr Rat ist oft interessengeleitet, verzerrt oder schlichtweg falsch und damit gefährlich.“
Als Beispiele für solche Gefahren nennen die Autoren der Forschungsarbeit Social-Media-Kampagnen, wo Health Influencer ihren Followern empfehlen, ein Ganzkörper-MRT-Screening durchführen zu lassen, ohne dass es eine Indikation dafür gibt. Dies verursache nicht nur hohe Kosten, sondern könne auch zu Überdiagnosen führen, heißt es in der Studie.
Auch würden in gesundheitsbezogenem Influencing oft Nahrungsergänzungsmittel beworben, deren Nutzen fragwürdig sei. Noch dazu würden manche davon Inhaltsstoffe enthalten, die bedenklich seien oder in der angepriesenen Dosierung eingenommen die Gesundheit gefährden würden. Eine weitere Gefahr sehen die Forscher darin, dass Health Influencer auch verschreibungspflichtige Medikamente bewerben, die sie in Krankheitsgeschichten einbetten.
Was Health Influencer mit ihrer Arbeit bewirken, dokumentieren weitere Zahlen aus der Studie: Von jenen 83% der 15- bis 25-jährigen Österreicher, die auf Social Media Gesundheitsinhalte konsumieren, haben 31% bereits aufgrund der Werbungen Nahrungsergänzungsmittel und 13% Medikamente gekauft. Die Forscher fordern daher Interventionen, die dem Schutz der Kinder und Jugendlichen dienen.
Info-Broschüre für Eltern
Dass Health Influencing vor allem Kindern und Jugendlichen mehr schadet als nützt, ergaben auch Forschungen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Groß sei der Schaden hinsichtlich der Ernährung. So würden junge Menschen aufgrund entsprechender Werbung ungesunde Lebensmittel bevorzugen und im Schnitt um 30% mehr Kilokalorien zu sich nehmen, wodurch das Risiko für Übergewicht steige. In einer neuen Broschüre der GÖG erhalten nun Eltern Informationen dazu und Tipps für den Schutz der Kinder. Erhältlich ist sie auf www.
kinderessengesund.at.
