Was arbeitsbedingte  Erkrankungen kosten
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HEALTH ECONOMY Redaktion 27.10.2026

Was arbeitsbedingte Erkrankungen kosten

Arbeitsbedingungen und Arbeitsunfälle belasten die ­Wirtschaft mit Milliardenkosten, hat das Wifo jetzt errechnet.

WIEN. Es ist verhältnismäßig simpel, Krankenstände und andere Fehlzeiten statistisch zu erfassen, wie dies alljährlich im so genannten Fehlzeitenreport passiert. Weitaus kniffliger ist die Frage: Wodurch entstehen Arbeitsausfälle? Sind es private Ursachen der Mitarbeiter oder doch schwierige Arbeitsbedingungen? Das Wifo hat den Versuch gewagt und dezidiert arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen sowie deren Folgen unter die Lupe genommen. Fazit: Die Gesamtkosten betrugen in diesem Bereich im Jahr 2023 beachtliche 12,4 Mrd. €.

Verlust an Wertschöpfung
Arbeitsunfälle machen dabei nur einen kleinen Teil der Kosten aus, fast 90% der Schadenssumme entstünden durch arbeitsbedingte Erkrankungen. Und: Den Großteil des Aufwandes würden die Arbeitnehmer selbst zahlen, konkret 58,3%, kritisiert die Arbeiterkammer, die die Studie in Auftrag gegeben hat. Ein Anteil von 30,8% entfällt auf die Kranken- und Pensionsversicherung, weitere 10,8% übernehmen die Arbeitgeber. Als Basis für die Berechnung zog das Wifo Behandlungskosten, betriebliche Kosten von Fehlzeiten und auch den Unterstützungsbedarf im privaten Kontext heran. „Die reinen Behandlungskosten beim Arzt oder im Spital machen mit 11,7 Prozent nur einen kleinen Teil aus. Fast 60 Prozent der Gesamtkosten entstehen durch entgangene Wertschöpfung, Produktionsausfälle und Produktivitätsverluste sowie Folgekosten für die Betroffenen“, rechnet Christine Mayrhuber vom Wifo vor.

Hohe indirekte Kosten
Die direkten Kosten beliefen sich auf rund 1,9 Mrd. €. Davon entfielen 1,4 Mrd. € auf die medizinische Behandlung, der Rest setzt sich aus Zuzahlungen der Versicherten, informeller Angehörigenpflege und Verwaltung zusammen. „Tatsächlich schlagen die indirekten Kosten mit 7,3 Mrd. € zu Buche“, sagt Mayrhuber. Allein die entgangenen Bruttogehälter und Lohnnebenkosten durch Arbeitsausfall und vorzeitige Todesfälle summieren sich demnach auf rund 4,6 Mrd.  Nach Diagnosen betrachtet, machen Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Belastungen über 80% aller arbeitsbedingten Erkrankungen aus.

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