NICKELSDORF. Der burgenländische Ökostromerzeuger Püspök hat mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Nickelsdorf Europas zweitgrößtes Super-Hybrid-Energieprojekt realisiert. Die Anlage kombiniert Windkraft, Agri-Photovoltaik und Batteriespeicher über eine gemeinsame Infrastruktur. Ziel ist eine stabilere Einspeisung erneuerbarer Energie sowie eine effizientere Nutzung bestehender Netzkapazitäten. Das Projekt wird im Rahmen des EU-Programms REPowerEU umgesetzt, das den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen und Europas Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten reduzieren soll.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Agri-Photovoltaik, bei der landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig zur Stromproduktion genutzt werden. Gemeinsam mit den Windkraftanlagen versorgt das Projekt bereits mehr als 338.000 Haushalte mit erneuerbarem Strom. Ergänzt wird die Anlage durch Österreichs größten Batteriespeicher, der ab Juli 2026 in Betrieb gehen soll. Insgesamt entstehen im Rahmen der geplanten Projekte 336,4 Megawatt-Peak Agri-Photovoltaik sowie 246 Megawattstunden Speicherkapazität.
„Super-Hybrid-Strategie“
„Mit dem Start unseres ersten Batteriespeicherprojekts schließen wir den Kreis unserer Super-Hybrid-Strategie und schaffen ein echtes Zukunftskraftwerk“, sagte Püspök-Geschäftsführer Lukas Püspök und führte aus: „Super-Hybrid-Systeme ermöglichen es, erneuerbare Energie nahezu unabhängig von Wetter und Tageszeit verlässlich verfügbar zu machen. Mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank und der Erste Bank schaffen wir zusätzliche Kapazitäten für eine stabile und unabhängige Stromversorgung in Österreich. Nickelsdorf ist dabei erst der Anfang, weitere Kombinationskraftwerke in Gattendorf, Mönchhof und St. Andrä befinden sich bereits in Umsetzung und werden in den kommenden Monaten schrittweise in Betrieb gehen.“
Das Unternehmen zählt mit 114 Windkraftanlagen und mehreren Photovoltaikparks zu den größten privaten Erzeugern erneuerbarer Energie in Österreich. Das Unternehmen produziert jährlich mehr als eine Terawattstunde Strom und deckt damit rund zwei Prozent des heimischen Strombedarfs.
Prominente Gäste
Bei einem Lokalaugenschein informierten sich EIB-Vizepräsident Karl Nehammer, Erste Bank-Chefin Gerda Holzinger-Burgstaller, Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Burgenlands Landesrat Heinrich Dorner über den Projektfortschritt.
Schlüssel für die nächste Phase
Nehammer bezeichnete den Ausbau erneuerbarer Energien und moderner Speichertechnologien als entscheidend für Europas Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Speicher verbesserten die Integration erneuerbarer Energie und stärkten die Unabhängigkeit von fossilen Importen.
Die Erste Bank begleitet das Vorhaben als Finanzierungspartner. Vorstandsvorsitzende Gerda Holzinger-Burgstaller sieht darin einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung Österreichs.
Auch Staatssekretärin Elisabeth Zehetner bezeichnete intelligente Speicher als Schlüssel für die nächste Phase der Energiewende. Mit neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen sollen der Ausbau erneuerbarer Energien und entsprechende Investitionen künftig einfacher und schneller umgesetzt werden.
Burgenlands Landesrat Heinrich Dorner verwies auf die langjährige Vorreiterrolle des Bundeslandes beim Ausbau erneuerbarer Energien. Der Super-Hybrid-Park sei ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität und Energieunabhängigkeit. (hk)
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