Im jüngsten Gespräch mit meinen Gründerkollegen wurde klar: Würden wir Frutura heute noch einmal gründen, müssten wir uns wohl dagegen entscheiden. Nicht aus Mangel an Ideen oder Mut, sondern weil ein solcher Unternehmensaufbau kaum mehr möglich ist. Wer investieren und Verantwortung übernehmen will, trifft auf immer mehr Vorschriften und unkalkulierbare Verfahren.
Dann gäbe es weder rund 1.000 Arbeitsplätze durch Frutura noch innovative Umweltprojekte wie die Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau, die ganzjährig regionale Lebensmittel produziert.
Aus jahrzehntelanger Wohlstandsübersättigung ist eine Behördenbürokratie entstanden, die den Status quo mit neuen Verordnungen absichern will. Doch Wohlstand entsteht durch Innovation und Leistung, der Verwaltungsapparat hingegen kostet und bremst.
Wir Unternehmer haben kein Sicherheitsnetz. Wir entscheiden täglich, tragen das Risiko und stehen für die Folgen ein. Notwendige Innovationen bleiben in langwierigen Verfahren stecken. Das Behördenversagen rund um die Bohrung für das Gewächshaus in Neudau ist nur ein Beispiel. Mit jedem Aufschub sinkt die Bereitschaft, Neues zu wagen. Das gefährdet Arbeitsplätze, Investitionen und den Standort Österreich. In unserem Fall auch die Eigenversorgung mit wichtigen Lebensmitteln, ein Faktor für nationale Unabhängigkeit.
Was es nun braucht, sind klare Zuständigkeiten und Mut zu Entscheidungen. Politik und Behörden müssen endlich den Weg freimachen. Sonst verspielen sie die Zukunft unseres Standorts.