WIEN. Nun bekommt die Halbliterflasche allerdings verstärkt eine Einwegvariante zur Seite gestellt: Im Lebensmittelhandel sind zunehmend pfandfreie 0,5-Liter-Glasflaschen zu finden. Gösser, die größte Marke der zur Heineken-Gruppe gehörenden Brau Union, sieht darin eine zusätzliche Alternative für bestimmte Konsumanlässe.
„Die 0,5-Liter-Einweg-Glasflasche ist für uns eine gezielte Ergänzung des bestehenden Sortiments. Sie soll Konsumentinnen und Konsumenten eine zusätzliche Alternative zur Dose und 0,33-Liter-Einweg-Flasche bieten“, erklärte ein Gösser-Sprecher. Anders als die klassische Mehrweg-Bierflasche wird das neue Gebinde nach Gebrauch nicht zurückgebracht, sondern über die Altglassammlung entsorgt.
Gösser sieht dafür vor allem Einsatzmöglichkeiten bei Gelegenheiten, bei denen leere Gebinde nicht wieder mitgenommen werden können und zugleich keine Rückgabemöglichkeit für Mehrweg besteht. Als Beispiel nennt das Unternehmen Veranstaltungen mit Sicherheitskontrollen. Eine korrekt entsorgte Einweg-Glasflasche sei dort eine praktikable Alternative.
Eine Abkehr vom Mehrwegsystem soll damit allerdings nicht verbunden sein. Parallel investiere Gösser weiterhin in dessen Ausbau. Das betreffe unter anderem die kleineren 0,33-Liter-Flaschen, die bislang häufig als Einweggebinde angeboten wurden. Die nun für einen halben Liter verwendeten pfandfreien Flaschen sind bereits von anderen Marken des Heineken-Konzerns auf ausländischen Märkten bekannt.
Während Mehrweg-Bierflaschen seit langem mit Pfand versehen sind, wurde in Österreich Anfang 2025 auch für Einweg-Kunststoffflaschen und Getränkedosen ein Pfandsystem eingeführt. Einweg-Glasflaschen fallen hingegen nicht darunter. Sie können weiterhin pfandfrei verkauft werden – wie dies etwa bei Wein, Fruchtsäften oder Milch üblich ist.
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