INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Im Westen viel Power © Siemens
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Redaktion 11.05.2018

Im Westen viel Power

Die Westachse nimmt bei aktuellen Wachstums- und ­Beschäftigungsindikatoren österreichweit eine Spitzenposition ein.

••• Von Paul Christian Jezek

Das Economica Institut für Wirtschaftsforschung hat im Auftrag der IV-Landesgruppen Vorarlberg, Tirol und Salzburg die Westachse untersucht, und die Ergebnisse verdeutlichen starke Wirtschaftskraft, schlaue Verflechtungen und ein großes Entwicklungspotenzial.

Ein Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der Rolle der Industrie (definiert als Sachgütererzeugung inkl. Bau und Energie). Dazu wurden auch erstmals animierte Wertschöpfungslandkarten mit Aussagen, wo die Wertschöpfung stattfindet, erstellt. Sämtliche Indikatoren wurden zudem mit den österreichweiten verglichen.
Es zeigte sich auch, dass die Westachse in eine starke Makroregion eingebettet ist.
Die Industrie ist in den westlichen Bundesländern der deutlich dominierende Wirtschaftsbereich; Tirol liegt dabei mit einem industriellen Wertschöpfungsanteil von 28,2% zwischen Vorarlberg mit 38,3 und Salzburg mit 23,7%.
Interessant ist auch der Vergleich mit dem für die westlichen Bundesländer so bedeutenden Tourismus: In Tirol erzielt die Industrie fast das Doppelte an Wertschöpfung, in Salzburg deutlich mehr als das Doppelte und in Vorarlberg gar die fünffache Wertschöpfung des Tourismus. Erfreulicherweise zeigt sich auch, dass ein starker Tourismus kein Widerspruch ist, hohe Lebensqualität und Industrie einander bestens ergänzen.

Handlungsempfehlungen

In Tirol und Salzburg konzentriert sich die Wertschöpfung sehr stark auf die Landeshauptstädte und die Haupttäler.

In Vorarlberg zeigt sich dagegen eine gleichmäßigere Aufteilung auf den Ballungsraum Rheintal/Walgau.
Die Ausarbeitung verdeutlicht die Unterschiede der Bundesländer und gibt auch Handlungsempfehlungen: Für Vorarlberg bietet sich eine flächendeckende, urbane Entwicklung des Ballungsraums an, in Tirol eine stärkere achsenorientierte Entwicklung, und in Salzburg gibt es mehrere Wertschöpfungskerne, die optimal miteinander vernetzt werden sollten.
Auch den innerösterreichischen Vergleich brauchen die Westachsenländer nicht scheuen: Mit einer Industriequote von 28,8% liegen sie über dem Österreichschnitt von 27,7% und das trotz geografischer und topografischer Nachteile.

Ost-nach-West-Verflechtung

Die Vernetzung der drei Bundesländer ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Tirol nutzt seine Sandwichposition sehr gut aus und ist wirtschaftlich mit Vorarlberg und Salzburg intensiv und fast ausgeglichen durch Warenströme verbunden.

Die Austauschbeziehungen zwischen Salzburg und Vorarlberg sind noch ausbaufähig.
Insgesamt ist die Verflechtung von Ost nach West deutlich stärker als umgekehrt und birgt noch viel Potenzial.
Für den Vorarlberger IV-Präsidenten Martin Ohneberg sollte die Zusammenarbeit im Westen auch politisch vorangetrieben werden: „Wir haben sehr ähnliche Voraussetzungen und sollten auf dem politischen Parkett noch stärker gemeinsam in Wien auftreten. Wir müssen als Westen aber auch selbst Reform­bereitschaft zeigen.”

„Mehr Mut und Tempo”

Der Präsident der IV-Tirol, Christoph Swarovski, sieht ein großes Potenzial darin, dass die Verflechtungen des gemeinsamen Wirtschaftsraums stärker forciert werden: „Dazu ist aber eine zeitgemäße Infrastruktur notwendig. Die Achsen nach Vorarlberg mit dem Arlberg und nach Salzburg mit dem deutschen Eck sind Handelshemmnisse, und wir sind nicht auf dem neuesten Stand. Hier braucht es mehr Mut und Tempo, die Verkehrswege auszubauen. Ebenso zu forcieren sind leistungsfähigere Datenleitungen als entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Zukunft.”

„Bildung ist im Zeitalter der Digitalisierung der Schlüssel für den Wohlstand in ganz Österreich”, resümiert last but not least Peter Unterkofler, Präsident der IV-Salzburg. „Noch nie war es so einfach, sich zu vernetzen, und das sollten wir innerhalb der Bundesländer und in der umliegenden Region viel aktiver machen – sowohl was die Fachkräfteausbildung, als auch die universitäre Ausbildung angelangt, braucht es neue Vernetzungsmodelle für digitale Bildung auf allen Stufen!”

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