•• Von Helga Krémer
Toyota Material Handling Austria macht Circular Economy zunehmend zum operativen Geschäft: Mit dem neuen Refurbishment Center in Laxenburg wird die Aufbereitung von Flurförderzeugen für den österreichischen Markt vollständig in Österreich umgesetzt. Das Geschäft mit wieder aufbereiteten bzw. technischen überholten Geräten ist im ersten Jahr um 15% gewachsen. Damit ist Circular Economy bei Toyota Material Handling längst mehr als ein Nachhaltigkeitsansatz. Ziel ist es, Produkte und Komponenten möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten – durch Reparatur, Wiederverwendung, Refurbishment und weitere Nutzungszyklen.
Alles im Inland
In Österreich hat dieser Ansatz seit rund einem Jahr eine konkrete operative Basis: Im VGP Park Laxenburg betreibt Toyota Material Handling Austria ein State-of-the-Art Refurbishment Center, in dem die Aufbereitung der Geräte für den österreichischen Markt vollständig im Land erfolgt. Was zuvor teilweise an Standorten in Frankreich, Deutschland und Polen umgesetzt wurde, findet heute in Laxenburg statt. Damit bleibt die Wertschöpfung der Aufbereitung in Österreich und gleichzeitig wird technisches Know-how am Standort aufgebaut.
„Circular Economy wird dann besonders relevant, wenn aus einem strategischen Ansatz konkrete Geschäftsmodelle werden“, sagt Oskar Zettl, Geschäftsführer Toyota Material Handling Austria. „Mit unserem Refurbishment Center in Laxenburg können wir den Wert von Flurförderzeugen länger im Kreislauf halten und gleichzeitig Wertschöpfung und Know-how in Österreich aufbauen.“ Refurbishment bedeutet also mehr als nur die Aufbereitung eines gebrauchten Geräts für den Weiterverkauf. Entscheidend ist, wie ein Flurförderzeug nach seinem ersten Einsatz sinnvoll weiter genutzt werden kann – und ob darüber hinaus weitere Lebenszyklen möglich sind.
Was machbar ist
„Ein Gerät kann beispielsweise zunächst langfristig vermietet, anschließend saisonal eingesetzt, erneut aufbereitet und später als qualitätsgesichertes Gebrauchtgerät verkauft werden“, erklärt Zettl. Aus dem klassischen linearen Ablauf „Produktion – Nutzung – Entsorgung“ werde so ein Kreislauf aus „Nutzung – Refurbishment – weitere Nutzung – erneutes Refurbishment – weitere Nutzung“.
Wie viele Zyklen möglich sind, hänge vom technischen Zustand, der Einsatzart und der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit ab. Daher gehe es nicht um eine möglichst lange Nutzung um jeden Preis, sondern um die qualifizierte Entscheidung, wann eine weitere Aufbereitung sinnvoll ist.
Dieser Ansatz verbinde laut Zettl sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele: „Wird ein geeignetes Gerät aufbereitet und erneut eingesetzt, bleibt der bereits geschaffene Produktwert länger im Wirtschaftskreislauf. Für Kunden entsteht zugleich eine zusätzliche Option zwischen Neuanschaffung und klassischem Gebrauchtgerät.“
Für Toyota Material Handling Europe ist Circular Economy inzwischen ein strategisches Element der Nachhaltigkeits- und Geschäftsstrategie. Produktlebenszyklen sollen verlängert, Ressourcen effizienter genutzt und Abfälle vermieden werden – von Reparatur und Wiederverwendung über Refurbishment bis hin zu Recycling.
Laxenburg als Plattform
Im neuen Standort in Laxenburg sind Büro, Verkauf, Customer Service, Lager, Experience Center und Refurbishment Center unter einem Dach gebündelt. Für den österreichischen Markt findet die Aufbereitung heute vollständig in der Firmenzentrale von Toyota Material Handling in Laxenburg statt.
Laxenburg wird damit zu einer österreichischen Plattform für Circular Economy: Erfahrungen aus Refurbishment, Service, Vermietung und Kundenbetrieb sind hier unmittelbar zusammengeführt und können für die weitere Entwicklung des Geschäfts genutzt werden. Der Prozess orientiert sich an den Prinzipien des Toyota Production Systems (TPS) und an 5S. Klare Arbeitsbereiche, kurze Wege und standardisierte Abläufe unterstützen einen effizienten und reproduzierbaren Prozess.
Intralogistische Bedeutung
Für die Intralogistik verändert sich damit eine zentrale Frage: Nicht nur, was ein Unternehmen kauft, sondern auch, wie lange und auf welche Weise ein Produkt wirtschaftlich genutzt werden kann, gewinnt an Bedeutung. „Steigender Kostendruck, der effiziente Einsatz von Ressourcen und der Wunsch nach resilienteren Lieferketten verstärken diese Entwicklung. Refurbishment kann dabei eine Brücke zwischen Nachhaltigkeitszielen und wirtschaftlicher Effizienz bilden“, betont Zettl.
Ein Jahr nach dem Start in Laxenburg lassen die ersten Erfahrungen aus dem österreichischen Betrieb jedenfalls folgenden Schluss zu: Circular Economy wird nicht erst am Ende eines Produktlebenszyklus relevant, sondern zunehmend zu einem Bestandteil von Kundenlösungen, Service und der weiteren Entwicklung der Intralogistik.