Schattendasein
© Thomas Unterberger
„Schatten-KI ist ein Damoklesschwert für Unternehmen“, so Robert Kaup, Geschäftsführer Tieto Austria.
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 23.09.2026

Schattendasein

Ob genehmigt oder nicht, Künstliche Intelligenz ist in heimischen Betrieben am Arbeitsplatz angekommen.

WIEN. Jeder sechste Berufstätige in Österreich (17%) nutzt KI heimlich im Job – ohne Wissen des Arbeitgebers. Dieses Phänomen der „Schatten-KI“ beschreibt die unerlaubte Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Nur ein Viertel (23%) setzt ausschließlich auf genehmigte KI-Assistenten. Gleichzeitig verzichten 42% komplett auf KI, vor allem aufgrund fehlender Richtlinien oder Misstrauens in die Ergebnisse. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von ­Tieto Austria und TQS Research & Consulting.

„Der KI-Einsatz im Job schreitet schneller voran, als Arbeitgeber mithalten können. Beschäftigte wollen ihre gewohnte private KI-Nutzung auch beruflich einsetzen, um produktiver zu arbeiten. Doch bei den technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen hinken heimische Unternehmen hinterher“, sagt Robert Kaup, Geschäftsführer des Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto Austria.

Augen zu und durch?
Und wie reagieren Arbeitgeber auf das Phänomen „Schatten-KI“? Während die Mehrheit (62%) auf Prävention durch klare Richtlinien und genehmigte KI-Tools setzt, akzeptiert jeder fünfte Arbeitgeber (19%) bewusst ein Restrisiko und lässt „Schatten-KI“ zu. Nur 46% kontrollieren durch technische Maßnahmen, ob Mitarbeitende unerlaubte KI-Tools nutzen. „KI-Assistenten sind in Österreichs Betrieben angekommen – aber oft durch die Hintertür. Das ist ein Warnsignal. Beschäftigte brauchen klare Richtlinien, genehmigte KI-Tools und gezielten Kompetenzaufbau. Nur so wird KI zum Produktivitätsfaktor statt zum unkontrollierten Risiko“, resümiert Kaup. (hk)

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