Onkologie und Patente helfen der Pharmabranche
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HEALTH ECONOMY Redaktion 09.11.2026

Onkologie und Patente helfen der Pharmabranche

Im dritten Quartal melden die großen Pharmakonzerne positive Ergebnisse. Wer Patentabläufe hat, verliert.

••• Von Sabine Stehrer

So wie schon im ersten und zweiten Quartal dieses Jahres einten die großen Pharmaunternehmen der Welt auch im dritten Quartal dieselben Probleme: Allem voran der Druck durch die US-Preispolitik, die zum Ziel hat, die Medikamentenpreise am amerikanischen Markt zu senken. Weiter zu kämpfen hatte die Branche mit Patentabläufen bei Blockbuster-Medikamenten. Großteils geht es der Pharmabranche aber gut. Das liegt wiederum am florierenden Geschäft mit Abnehm­medikamenten und neuen Mitteln bei Krebs sowie Immunerkrankungen.

Erwartungen übertroffen
Mit solchen Mitteln verdiente der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) viel und übertraf damit alle Erwartungen: Der Gewinn kletterte um drei Prozent auf knapp  3,1 Mrd. GBP. „Wir haben ein weiteres starkes Quartal abgeliefert“, hielt Konzernchef Luke Miels fest. Und: Man werde sich weiter auf die Forschung fokussieren und diese beschleunigen. Wie GSK profitierte auch der weltweit tätige US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson von der großen Nachfrage nach neuen Medikamenten bei Krebs und Immunkrankheiten. Man erhöhte die Gewinnprognose erneut und auch das untere Ende der Wachstumsspanne beim Umsatz. Hier erwarte man nun bis zu 7,6%, teilte das Unternehmen mit.
Trotz Umsatzrückgängen durch den Preisverfall bei Penicillin-Wirkstoffen konnte auch der Schweizer Konzern Sandoz sein Wachstum weiter fortsetzen. Dies gelang vor allem aufgrund von Erfolgen mit der
Biosimilar-Sparte. Hier konnte der Konzern um 19% auf 2,9 Mrd. USD zulegen. Als weitere Gründe für den Erfolg wurden der günstigere Umsatzmix und die stärkere operative Leistung genannt. Die boomende Nachfrage nach Abnehmspritzen ist wiederum die Ursache dafür, dass der US-Pharmakonzern Eli Lilly um mehr als zwei Milliarden US-Dollar über den Schätzungen der Analysten lag und im dritten Quartal einen Umsatz von 24,4 Mrd. USD erzielte.

Gute Übergangsphase
Verluste bedingt durch Patentabläufe abzufedern und so einer Phase mit Gewinnverlusten zu entkommen: Das gelang beispielsweise dem deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer gut. Dies, indem er es schaffte, den potenziellen Nachfolger eines Blockbuster-Medikaments zur Vorbeugung sekundärer Schlaganfälle auf den chinesischen Markt zu bringen. Als das bekannt wurde, stieg der Kurs an der Börse gleich um mehrere Prozentpunkte an. Ähnlich erging es dem neuen Duo im Kampf gegen Krebs Moderna und Merck. Die Aktien legten binnen eines Tages um 177% zu, als publik wurde, dass der von den beiden US-Firmen entwickelte mRNA-Impfstoff das Sterbe- und Rückfallrisiko bei schwarzem Hautkrebs stark senkt.

Auswege nach Pandemie
Auch der deutsche Konzern Biontech und der US-amerikanische Konzern Pfizer schafften es, durch die reduzierte Abhängigkeit vom Corona-Geschäft und den Wandel zu Krebsmedikamentenproduzenten in die Gewinnzone und zurückzukehren bzw. stabil zu bleiben. Biontech erzielte einen Gewinn von
184,5 Mio. €, Pfizer konnte den Erlös mit 16,6 Mrd. USD stabil halten.  Das britische Unternehmen AstraZeneca steigerte ebenfalls durch neue Krebsmittel den Gewinn, und zwar gleich um 23%. Zeitgleich startete aber ein weitreichendes Umbauprogramm, mit dem das Unternehmen bis 2029 1,5 Mrd. USD einsparen will.

Einen Gewinneinbruch um 70% auf 1,2 Mrd. USD hatte der Schweizer Pharmakonzern Novartis zu beklagen. Als Grund dafür wurden Patentabläufe bei einem Herzmedikament genannt. Trotzdem bleibt der Konzern bei dem Ziel, seinen Umsatz bis 2030 um jährlich bis zu sechs Prozent zu steigern. Das ist auch das Ziel des dänischen Konzerns NovoNordisk. Er blieb umsatzmäßig hinter den Erwartungen zurück und begründete das mit dem Verlust der Führungsposition bei Abnehmmedikamenten und mit Forschungsrückschlägen.

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