Impf-Änderungen fordern PR-Sektor
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HEALTH ECONOMY Redaktion 09.11.2026

Impf-Änderungen fordern PR-Sektor

Ab dem kommenden Jahr sollen Impfungen in Apotheken erlaubt werden. Das bringt auch Kommunikationsbedarf.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Apotheken können künftig Impfungen vornehmen. Das hat der Ministerrat am Mittwoch beschlossen. Betroffen sind Immunisierungen gegen FSME, Keuchhusten-Tetanus-Diphtherie und Hepatitis B. Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) betonte, es gehe nicht darum, Ärzte zu ersetzen, sondern darum, ein zusätzliches Angebot zu schaffen.

Ziel: Impfquote erhöhen
Wie die Ressortchefin ausführte, habe man sich auf Impfungen konzentriert, die man bereits in Apotheken erwerben könne. Danach noch einen Gang zum Arzt antreten zu müssen, sei eine der Hürden gewesen, die manche vom Wahrnehmen der Impfungen abgehalten hätten. Wenn es nach Schumann geht, sollen die ersten Impfungen bereits zu Beginn der kommenden Zeckensaison im Frühjahr 2027 in Apotheken durchgeführt werden. Um diese vornehmen zu können, brauchen Mitarbeiter der Apotheken eine entsprechende Ausbildung mit abschließender Prüfung. Die Impfung selbst muss in einem getrennten Raum vorgenommen werden.

Impfen in Apotheken erhöhe international die Durchimpfungsraten und erreiche Menschen, die sonst ungeimpft blieben, sagt Gerhard Kobinger, 2. Vize-Präsident der Österreichischen Apothekerkammer: „Bei bis zu 600.000 persönlichen Kontakten am Tag erreichen wir in den Apotheken auch jene Menschen, die sich bisher nicht haben impfen lassen.“ Allerdings sind die Apotheken nun gefordert, die hohen Erwartungen und Ziele zu erfüllen, hört man aus der Kommunikationsbranche. Dazu kommt der Widerstand der Ärztekammer. Statt mehr Orte für Impfungen anzubieten, sollten genügend Impfstoffe angeschafft und ausgeliefert werden, heißt es von dort. Natürlich müssen sich die Apotheken argumentativ rüsten (intern wie extern) und ebenso die Ärzte, die danach gefragt werden, sagen Kommunikationsprofis. „Aus kommunikativer Sicht wissen wir: Die beste Botschaft wirkt nur, wenn der nächste Schritt für die Menschen einfach ist. Entscheidend ist daher nicht die Frage, wer impft, sondern dass wir möglichst viele unterschiedliche Settings schaffen, in denen Impfen ganz selbstverständlich Teil des Alltags wird“, betont Alexander Schauflinger, Geschäftsführer der Agentur Fine Facts.

„Die neue Regelung macht es nötig, dass die Bevölkerung klar informiert wird, wer sich in Apotheken impfen lassen kann und welche Impfungen zur Verfügung stehen. Denn auf den ersten Blick ist nicht klar, warum FSME schon, Grippe oder Gürtelrose aber nicht angeboten wird. Ansonsten führt das zu Verunsicherung und Unmut“, sagt Brigitte Mühlbauer, Geschäftsführerin von accelent communications.

Vertrauen statt Machtkampf
Michael Leitner, Geschäftsführer von Public Health PR, ergänzt: „Impfmüdigkeit und Impfskepsis haben insbesondere seit der COVID-19-Pandemie an Bedeutung gewonnen – der jahrelange Machtkampf um das Impfen in Apotheken hat das Vertrauen in Impfungen wohl zusätzlich belastet.“ Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, dass alle Stakeholder an einem Strang ziehen und mit einer Stimme, den individuellen und gesellschaftlichen Nutzen von Impfungen vermitteln, ist Leitner überzeugt.

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