Epidemie ums Herz
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Fordern ein Umdenken in Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Lukas Fiedler, Lara Vadlau und Daniel Scherr (v.l.).
HEALTH ECONOMY Redaktion 09.11.2026

Epidemie ums Herz

Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten in Österreich pro Jahr rund 8,5 Mrd. Euro. Experten rufen zu mehr Prävention auf.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Unter dem Titel „Safe Hearts Austria: Herzgesundheit mit Zukunft“ hat die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) zum gemeinsamen Handeln für die Herzgesundheit in Österreich aufgerufen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste Todesursache – alle 17 Minuten stirbt in Österreich eine Person an den Folgen einer Herzerkrankung. Auch die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm: Für Österreich beziffert die OECD die gesamtgesellschaftlichen Kosten auf rund 8,5 Mrd. € und EU-weit auf rund 282 Mrd. € pro Jahr.

Vermeidbare Erkrankung
Insgesamt sind Herzprobleme damit tödlicher als alle Krebserkrankungen und Verkehrsunfälle gemeinsam. Herzgesundheit müsse nicht zuletzt deshalb vom medizinischen Fachthema zur gesellschaftlichen Priorität werden. ÖKG-Präsident Daniel Scherr appelliert daher: „Herzgesundheit geht uns alle an – und angesichts der hohen Zahl häufig vermeidbarer Erkrankungen müssen wir endlich ins Handeln kommen.“ In Österreich sei man zwar gut darin, akute Herzprobleme zu behandeln, bei der Prävention gebe es jedoch noch Nachholbedarf. Dafür braucht es eine prominente Platzierung als gesundheitspolitische Priorität und ein breiteres Bewusstsein in der Bevölkerung.

Vorsorge und Prävention
ÖKG-Sekretär Lukas Fiedler, fordert die Möglichkeiten moderner Technologie und künstlicher Intelligenz zur Prävention von Herzerkrankungen zu nutzen. Die Risikofaktoren seien bekannt und beeinflussbar. Für eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sollen Untersuchungen und Messmethoden überarbeitet werden. Außerdem sollen Blutwerte längerfristig digital überwacht werden, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Da Herzerkrankungen bei Frauen deutlich später erkannt und seltener angemessen behandelt werden, fordert die ÖKG, geschlechts- und altersspezifische Unterschiede in Prävention, Diagnostik und Versorgung dabei stärker zu berücksichtigen. Lara Vadlau, Olympiasiegerin im Segeln und selbst Ärztin, betont zudem die Möglichkeiten der individuellen Prävention durch Bewegung, ausgewogene Ernährung und Entspannung.

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