WIEN. Wie ist gesundes Arbeiten in unserer Gesellschaft möglich? Und was passiert, wenn es nicht funktioniert? Diese Fragen standen im Zentrum der Buchpräsentation „Diagnose Arbeit“, die am Wochenbeginn im Sozialministerium stattfand. Mit dabei waren vor einem vollbesetzten Saal Arbeits- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann und prominente Vortragende wie der Wiener Psychiater Michael Musalek sowie Christine Mayrhuber, Ökonomin des Wifo. Musalek, Vorstand des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien und Berlin, widmete sich in seiner Keynote dem Thema Burnout – und beschrieb den Verlauf als Trias: Zuerst kommt es demnach zu Erschöpfungszuständen, gefolgt von einer Entfremdung des Betroffenen gegenüber seiner Arbeit und den Kollegen. Zuletzt folgt der Leistungsverfall, verbunden mit Erschöpfungszuständen. In diesem Stadium hat Burnout Krankheitsbedeutung und muss entsprechend behandelt werden. Der Umgang mit Burnout in der Praxis ist bis heute nicht einfach. Laut Definition der WHO handelt es sich um ein arbeitsbezogenes Phänomen, nicht aber um eine medizinisch klassifizierte Krankheit.
Tatsache ist, dass psychische Krankheiten zunehmen, berichtete Mayrhuber. Sie sind eine von drei Hauptursachen für Langzeitkrankenstände, die Betroffene, Betriebe und Wirtschaft insgesamt fordern. Die Expertin hat auch eine Berechnung angestellt, was arbeitsbedingte Erkrankungen und Arbeitsunfälle kosten. Für 2023 ergeben sich beachtliche 12,4 Mrd. €.
Persönliche Schicksale
In ihrem Buch gehen die Autorinnen Evelyn Holley-Spiess und Ruth Reitmeier aber auch zehn persönlichen Schicksalen aufgrund von arbeitbedingten gesundheitlichen Einschlägen nach. Unter anderem haben AMS-Vorstand Johannes Kopf, Spitzenkoch Heinz Hanner und Kabarettistin Verena Titze ihre persönliche Geschichte erzählt. Was von dem Abend bleibt? „Gesunde Arbeit ist keine Aufgabe, die eine Seite allein lösen kann“, sagte die Ministerin. Das Buch zeige, „dass wir Handlungsmöglichkeiten haben – in den Betrieben, in der medizinischen Versorgung, am Arbeitsmarkt und in der Politik.“ (red)
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GRAZ/OXFORD. Österreich ist in Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht unter den Besten im Vergleich zu 54 anderen Ländern, deren Herzspezialisten Mitglieder der Europäischen Gesellschaft