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Experiment – Wien Nord Now: kauft Facebook-Fans © WienNord
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Redaktion 24.04.2018

Experiment – Wien Nord Now: kauft Facebook-Fans

Ein Medienexperiment, das die Sinnhaftigkeit der Fanzahl-Hörigkeit infrage stellen will.

WIEN. Noch keine zwei Wochen online und schon über 15.000 Fans – die neue Facebook-Page von Wien Nord Now: hat vom Start weg bereits mehr als doppelt so viele Fans wie die bisher größten heimischen Agenturseiten auf der Social-Plattform.

Wie erwartet, wurden schnell Stimmen laut, die Fans seien alle nur gekauft – völlig zu recht. Denn es handelt sich dabei um ein Medienexperiment der Agentur: Zum Launch der Facebook-Seite kaufte Wien Nord Now: gleich 15.000 Fans und zeigte damit auf, wie einfach das immer noch geht und wie problematisch Fanzahlen-Vergleiche eigentlich sind.

Fanzahlen und Follower als Maß aller Dinge?

„Weil sie so einfach messbar sind, werden die schnellen Clicks auf den Like-Button immer noch allzu häufig herangezogen, um Erfolg auf Social Media zu messen und sich mit anderen Marktteilnehmern zu vergleichen. Dabei sagt die reine Fanzahl nichts über die Qualität der Social Media Präsenz aus“, so die Agentur in einer Aussendung.

„Das verhält sich ähnlich wie bei Fußball-Fanklubs. Der Klub mit dem meisten Geld hat nicht unbedingt die treusten oder aktivsten Fans. Im Gegenteil – oft sind es die kleineren Teams, die über die besten Fangemeinschaften verfügen“, erklärte Thomas Mang, CEO und Digital Business Verantwortlicher bei Wien Nord Now:. Und weiter: „Nur weil eine Seite viele Fans hat, heißt das nicht, dass sie auch viele ihrer Fans erreicht.“

Wie viele der Fans man tatsächlich organisch noch erreicht, hänge von der Qualität des Contents und natürlich von der Social Media-Strategie ab. Sind die Fans wirklich interessiert an der Seite, oder hat man sie zum Beispiel nur über ein irrelevantes Gewinnspiel geködert, das sie zur einmaligen Interaktion mit der Seite gebracht hat. Die Fans haben aber eigentlich gar kein Interesse und passen vielleicht gar nicht zum jeweiligen Unternehmen.

Blogger Relations – Bezahlung nach Fanzahlen

Auch bei Bloggern sei Vorsicht geboten, denn gerade hier hänge die Bezahlung meist direkt von der Fanzahl ab. „Da passiert es leicht, dass man als Werbetreibender auf gekaufte Fans reinfällt. Am besten überzeugt man sich deshalb von deren tatsächlichen Interaktionsraten und der organischen Reichweite der Blogger“, so Mang weiter.

Wie viele Fans kann man kaufen, bevor Facebook es merkt?

Für das eigene Medien-Experiment benötigte man eine Zahl, die groß genug ist, um Aufmerksamkeit zu erregen, aber noch klein genug, um unter dem Radar von Facebook zu bleiben. Dabei ist aber auch die Zeitspanne entscheidend. Je kürzer die Zeit, in der die Fans einer Seite folgen, desto auffälliger. So versuchte man es mit 15.000 Fans über den Zeitraum von zehn Tagen.

„Uns ist bewusst, dass wir uns mit dieser Aktion auch von unserer organischen Reichweite verabschieden können, allerdings nehmen wir das gern in Kauf, wenn wir dadurch zum Umdenken anregen können“, so Eduard Böhler, Kreativgeschäftsführer bei Wien Nord. (red)

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