WIEN. Eine aktuelle Studie des Marketagent zeigt eine differenzierte Haltung der österreichischen Bevölkerung zum Eurovision Song Contest 2026 in Wien. Befragt wurden 1.000 Personen, wobei sich ein Spannungsfeld zwischen Interesse, Skepsis und politischen Diskussionen abzeichnet.
Begrenztes Interesse trotz hoher Bekanntheit
Der Eurovision Song Contest ist nahezu allen Befragten bekannt, das tatsächliche Interesse bleibt jedoch begrenzt. Laut Studie zeigen 62 Prozent wenig bis kein Interesse am Event. Nur ein kleiner Teil gibt an, sich intensiver damit zu beschäftigen. In der Wahrnehmung wird der Wettbewerb vor allem als „buntes Spektakel“ beschrieben.
Gemischte Bewertung der Austragung
Die Austragung des Events in Österreich wird unterschiedlich beurteilt. 37 Prozent der Befragten bewerten dies positiv, während 25 Prozent kritisch eingestellt sind. Im Vergleich zum Jahr 2015 sei die Zustimmung gesunken. Gleichzeitig erwarten viele positive Effekte für den Tourismus sowie für das internationale Image Österreichs.
Kosten und Nutzen im Fokus
Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass die Kosten des Events überwiegen. Nur ein geringer Anteil erwartet einen wirtschaftlichen Nutzen. Damit zeigt sich laut Studie eine ausgeprägte Skepsis hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen.
Zuschauerverhalten und Nutzung
Rund ein Drittel plant, zumindest eine Live-Show zu verfolgen. Das Finale wollen etwa 26 Prozent sehen, überwiegend im privaten Umfeld. Öffentliche Veranstaltungen oder ein Besuch vor Ort spielen eine untergeordnete Rolle.
Politische Debatten prägen Wahrnehmung
Ein Großteil der Befragten gibt an, mit der Debatte rund um die Teilnahme Israels vertraut zu sein. Die Meinungen dazu sind geteilt, ebenso wie zur Frage möglicher Boykotte. Eine Mehrheit hält es für unrealistisch, dass der Wettbewerb unpolitisch bleibt.
Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, sagt: „Der Eurovision Song Contest ist weiterhin ein globales Popkultur-Spektakel, aber längst nicht mehr für alle ein Pflichttermin.“
Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent, ergänzt: „Der Eurovision Song Contest versteht sich traditionell als unpolitisches Musikfestival. In der Realität zeigt sich jedoch immer öfter: Popkultur und Politik lassen sich bei einem globalen Event dieser Dimension kaum vollständig trennen.“
Die Ergebnisse der Studie zeigen laut Marketagent, dass der Eurovision Song Contest in Österreich weiterhin breite Aufmerksamkeit erhält, gleichzeitig aber zunehmend differenziert wahrgenommen wird. (red)
