Himmelhoch bleibt an der Spitze
© Sabine Sattlegger
Eva Mandl
MARKETING & MEDIA Redaktion 08.05.2026

Himmelhoch bleibt an der Spitze

Die Wiener PR-Agentur um Gründerin Eva Mandl setzt sich auch im heurigen Jahr wieder als beste PR-Agentur durch.

••• Von Sascha Harold

Die medianet xpert.Rankings der PR-Agenturen zeigen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr: Himmelhoch setzt sich erneut durch, vor Reichl und Partner PR und Martschin & Partner. Himmelhoch-Gründerin und Geschäftsführerin Eva Mandl hat mit medianet über die Veränderungen in PR-Branche gesprochen und darüber, was den Himmelhoch-Spirit ausmacht.

medianet: Himmelhoch steht seit Jahren auf dem obersten Treppchen der Rankings. Was ist schwieriger – den Gipfel der medianet xpert.awards zum ersten Mal zu erklimmen oder die Qualität über so viele Jahre zu halten?
Eva Mandl: Ganz klar – sie über Jahre zu halten. Der erste Erfolg entsteht oft aus einem Momentum, aus Mut, einer guten Idee und einem großartigen Team. Konstanz braucht mehr: permanente Weiterentwicklung, den Anspruch, sich immer wieder selbst kritisch zu hinterfragen und die Fähigkeit, die Begeiste-rung für PR und für die Themen unserer Kunden jeden Tag neu zu entfachen. Der medianet xpert.award ist für uns jedes Jahr ein absolutes Highlight; mein Team und ich freuen uns darüber immer wieder wie beim ersten Mal. Für die Arbeit ausgezeichnet zu werden, die wir mit so viel Herzblut leisten, macht uns unglaublich stolz und glücklich. Uns war immer wichtig, bei Himmelhoch die besten Leute der Branche zu versammeln und mit Kunden zu arbeiten, die wirklich zu uns passen. Im xpert.awards-Prozess können wir zeigen, was uns ausmacht und was wir unter guter PR verstehen: strategische, kreative Kommunikation am Puls der Zeit – und echte Leidenschaft. Genau das spüren unsere Kunden und Partner.

medianet: Sie betonen oft, dass Ihr Team das Herzstück der Agentur ist. Was zeichnet den ‚Himmelhoch-Spirit‘ aus?
Mandl: Der Himmelhoch-Spirit ist PR-Leidenschaft, Eigen­verantwortung, Tempo, Vertrauen, der Wille, immer die beste Idee zu finden und ein kompromissloser Qualitätsanspruch. Wir denken nicht in To-dos, ­sondern in Wirkung. Und wir arbeiten mit einem Prinzip, das uns besonders auszeichnet:
Serendipität. Wir haben diesen Ansatz für unsere Agentur weiterentwickelt und für die PR übersetzt. Es geht darum, Chancen in aktuellen, bestehenden Situationen zu erkennen und für die PR und unsere Kunden zu nutzen. Genau darin liegt unsere Stärke. Wir erfinden keine künstlichen Szenarien, sondern arbeiten mit dem, was real ist – schnell, klug und strategisch. Auf den Punkt gebracht: Wir erkennen Chancen in realen Situationen – und machen daraus Kommunikation, die kreativ und wirksam ist.

medianet: Himmelhoch deckt von Social Media, über Eventmanagement bis hin zu Employer Branding alles ab. Ist die Bezeichnung als PR-Agentur mittlerweile zu eng gefasst?
Mandl: Nein – weil PR für uns nie nur Medienarbeit war. PR ist strategische Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfung eines Unternehmens. Wir bauen Reputation auf, wir führen Narrative, wir schaffen Vertrauen – über alle Kanäle hinweg. Natürlich decken wir heute weit mehr ab als klassische Pressearbeit: Social Media, Events, Krisenkommunikation, strategische Positionierung. Das ist für uns kein Widerspruch zur PR – im Gegenteil. Es ist die konsequente Weiterentwicklung guter PR-Arbeit. Wir sind strategische Kommunikationspartner mit einem klaren Fokus auf Wirkung, Glaubwürdigkeit und Relevanz.

medianet: Die Agentur hat sich als starker Partner in der Krisen-PR positioniert. Wie hat sich die Tonalität in der Kommunikation Ihrer Kunden im letzten Jahr verändert?
Mandl: Sie ist klarer, direkter und sensibler geworden. Unternehmen stehen heute unter massivem Beobachtungsdruck, müssen schneller reagieren und gleichzeitig mehr Haltung und Transparenz zeigen. Floskeln funktionieren in Krisen nicht mehr – gefragt sind Klarheit, Glaubwürdigkeit und Substanz.
Besonders deutlich sehen wir das bei Cyberkrisen. Cyberattacken zählen mittlerweile zu den häufigsten Auslösern für Krisenkommunikationsanfragen. Denn eine Cyberattacke ist nie nur ein IT-Vorfall, sondern sehr schnell auch eine Reputationskrise. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit Cornelius Granig, einem der profiliertesten Cybersecurity-Experten, gezielt auf dieses Thema spezialisiert. Denn der Schaden entsteht oft nicht allein durch den Angriff, sondern auch durch falsche Kommunikation. Deshalb braucht es heute weit mehr als Firewalls und technische Prozesse; es braucht klare Krisenkommunikationskonzepte, verständliche Richtlinien und eine Sicherheitskultur, die im Unternehmen verankert ist. Vorbereitung ist alles – technisch und kommunikativ.

medianet: PR lebt von Wort und Vertrauen. Wie integriert Himmelhoch generative KI in den Agenturalltag, ohne die persönliche Note zu verlieren?
Mandl: Wir integrieren KI sehr bewusst – als Werkzeug, nicht als Ersatz für strategisches Denken, Kreativität oder menschliches Feingefühl. KI hilft uns dabei, effizienter zu werden – in der Analyse, bei Recherchen, beim Strukturieren von Inhalten oder bei datenbasierten Insights. Die eigentliche Wertschöpfung bleibt menschlich: strategische Einordnung, Storytelling, Tonalität, Timing und die Fähigkeit, aus Information Relevanz zu machen. Gleichzeitig verändert KI gerade die Spielregeln unserer Branche: PR wirkt heute nicht nur in Medien, sondern auch in den Antworten von KI-Systemen. KI ist kein Zukunftsthema, sondern unsere heutige Arbeitsrealität. KI verändert gerade massiv, wie Informationen gefunden, bewertet und ausgespielt werden. PR wirkt nicht mehr nur in Medien, sondern auch in den Antworten von KI-Systemen. Genau deshalb ist das für uns so relevant. Wer in KI-Systemen nicht vorkommt, existiert für manche Zielgruppen künftig weniger. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über Clippings, Rankings oder Traffic, sondern zunehmend über Präsenz in KI-Antworten. Das ist eine riesige Chance für die PR. Denn KI lernt stark aus Drittquellen: aus Earned Media, redaktionellen Erwähnungen und glaubwürdigen Inhalten. Dort liegt seit jeher unsere Kernkompetenz. Deshalb entwickeln wir diesen Bereich aktiv weiter – auch mit neuen Leistungen für unsere Kunden. Unser Anspruch ist nicht, klassische PR zu ersetzen, sondern ihre Wirkung zu verdoppeln. Starke PR wirkt heute doppelt: in den Medien und in den Antworten der KI. PR ist die Grundlage – wir machen sie zusätzlich KI-wirksam. Und persönlich finde ich genau das so faszinierend. Ich bin seit Jahrzehnten in der PR und bis heute begeistert wie am ersten Tag, weil diese Branche nie stillsteht. Sie ist lebendig, fordernd, abwechslungsreich und entwickelt sich ständig weiter. Genau das liebe ich an der PR – und KI ist dafür gerade eines der spannendsten Beispiele.

medianet: Sie haben im letzten Jahr verstärkt Projekte im Bereich Employer Branding umgesetzt. Warum ist gerade die PR-Expertise hier wichtig?
Mandl: Weil Employer Branding im Kern Reputationsarbeit ist – nach innen und außen. Es geht darum, glaubwürdige Geschichten zu erzählen, das ist seit jeher die Kernwährung guter PR. Genau dafür braucht es PR-Kompetenzen: ein Gespür für Narrative und Dialoggruppen, sprachliche Präzision, mediale Übersetzung und Authentizität. Wer Employer Branding rein werblich denkt, läuft schnell Gefahr, zu glatt oder austauschbar zu wirken. Arbeitgebermarken funktionieren nur dann, wenn sie glaubwürdig sind.

medianet: Welche weißen Flecken gibt es auf der Himmelhoch-Landkarte noch?
Mandl: Wir sehen enormes Potenzial in der noch stärkeren Verzahnung von Kommunikation, Technologie und strategischer Beratung. KI ist für uns einer der größten weißen Flecken mit dem größten Potenzial. Wir werden noch stärker daran arbeiten, wie Marken nicht nur in klassischen Medien sichtbar sind, sondern auch in KI-Systemen – also dort, wo heute bereits Entscheidungen vorbereitet werden. Dazu kommen datenbasierte Kommunikation, Reputationsmessung in Echtzeit und der weitere Ausbau unserer Rolle als strategische Partner auf
C-Level. Serendipität ist dabei für uns ein relevanter Ansatz: Chancen in realen Situationen erkennen und kommunikativ nutzbar machen. Wer Realität klug lesen kann, erkennt Chancen und gestaltet Kommunikation daraus viel präziser und wirksamer.

medianet: Welche Schwerpunkte wollen Sie im laufenden Jahr noch setzen?
Mandl: Unsere Schwerpunkte sind klar: KI-gestützte Kommunikation, Cyberkrisen-Kommunikation, noch stärkere strategische Beratung und der weitere Ausbau im Employer Branding. Es geht uns dabei immer um dasselbe: Kommunikation messbarer, wirksamer und zukunftsfit zu machen. Erstens: die weitere Professionalisierung im Bereich KI-gestützte Kommunikation. Dabei geht es nicht nur um Effizienz, sondern auch um neue Produkte, klare Qualitätsstandards und die Frage, wie unsere Kunden in den Quellen und Antworten von KI-Systemen sichtbar werden. Zweitens: den Ausbau unserer Kompetenz in der Krisenkommunikation, vor allem rund um Cybersecurity. Wir sehen hier gerade einen massiv steigenden Bedarf – nicht erst in der Krise, sondern vor allem in der Vorbereitung. Deshalb sind Cybersecurity-Workshops und kommunikative Krisenvorsorge für uns ein zentraler Zukunftsbereich. Drittens: noch stärkere strategische Beratung. Weg von isolierten Einzelmaßnahmen, hin zu integrierten Kommunikationsarchitekturen mit klarer Wirkung und messbarem Nutzen. Viertens: der weitere Ausbau unserer Position im Employer Branding. Der Wettbewerb um Talente bleibt enorm – und gute Kommunikation ist dabei einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren.

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