••• Von Sascha Harold
WIEN. Im Dialogmarketing war das Rennen in den letzten Jahren klar. Auch heuer landet bei den xpert.awards wieder SMC vor LDD Communication und Domicom an der ersten Stelle.
medianet: SMC ist wieder die Nummer eins im Ranking. Was ist das Geheimnis?
Markus Huber: Unser Anspruch war nie, kurzfristig zu glänzen, sondern nachhaltig Wirkung zu erzielen. Kontinuität entsteht bei uns aus der Kombination von datengetriebenem Arbeiten, klarer strategischer Führung und einem starken Fokus auf messbare Ergebnisse für unsere Kunden. Gleichzeitig hinterfragen wir uns permanent selbst und entwickeln unser Modell laufend weiter.
medianet: Mit welchen strategischen Hebeln schafft es SMC, für seine Kunden profitables Wachstum zu generieren?
Huber: Der Schlüssel liegt nicht darin, mehr vom Kuchen zu bekommen, sondern ihn besser zu nutzen. Wir setzen stark auf Effizienzsteigerung entlang der gesamten Customer Journey, präzisere Zielgruppenansprache und die intelligente Verknüpfung von Daten, Content und Kanälen. Gleichzeitig darf man nicht ausblenden, dass die Generierung von Leads und Umsatz in den letzten Jahren deutlich teurer geworden ist. Umso wichtiger ist es, vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen – etwa durch höhere Conversion Rates, bessere Nutzung von Bestandskundendaten und stärkere Kundenbindung. Wachstum entsteht heute vor allem durch Relevanz und Effizienz – nicht durch Reichweite allein.
medianet: KI ist bei SMC fester Bestandteil der Content-Produktion und -Analyse. Wie viel menschlicher Dialog steckt im Jahr 2026 noch in einer Kampagne?
Huber: Sehr viel – und das wird auch so bleiben. KI ist für uns ein Enabler, kein Ersatz. Sie hilft uns, schneller zu analysieren, zu personalisieren und zu skalieren. Aber echter Dialog entsteht durch Empathie, Kontextverständnis und kreative Ideen – und das ist weiterhin menschlich geprägt.
medianet: Wir sehen einen Trend hin zu Interaktion in geschlossenen Räumen wie WhatsApp-Communities. Wie können Sie diese Kanäle für Ihre Kunden nutzbar machen?
Huber: Closed Communities bieten enorme Chancen, weil sie Nähe und Vertrauen schaffen. Wir entwickeln hier Formate, die echten Mehrwert liefern – von Service-Dialogen bis hin zu exklusiven Inhalten und personalisierten Angeboten. Wichtig ist dabei aber, diese Kanäle nicht isoliert zu betrachten. Sie sind immer Teil einer übergeordneten Dialog- und CRM-Strategie und funktionieren am besten im Zusammenspiel mit anderen Touchpoints entlang der Customer Journey. Nur so entsteht ein konsistentes Markenerlebnis und nachhaltige Kundenbindung.
medianet: Welche Rolle spielt Ihre Einbettung in die Reichl und Partner Gruppe?
Huber: Sie ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe ermöglicht es uns, integrierte Lösungen anzubieten – von Strategie, über Kreation bis zur Umsetzung. Gleichzeitig profitieren wir von einem starken Netzwerk und einem kontinuierlichen Austausch an Know-how.
medianet: Nutzer fordern heute mehr Echtheit und weniger inszenierte Werbung. Wie schwierig ist es, diesem Wunsch nachzukommen?
Huber: Es ist weniger eine Schwierigkeit als vielmehr ein notwendiger Perspektivenwechsel. Marken müssen lernen, weniger zu senden und mehr zuzuhören. Echtheit entsteht dann, wenn Kommunikation aus echten Insights heraus entwickelt wird und nicht aus reinem Absenderdenken.
