Die Upperclass der Kreativwirtschaft
© Creativ Club Austria
MARKETING & MEDIA Redaktion 29.05.2026

Die Upperclass der Kreativwirtschaft

Bei den CCA Awards wurden heuer 130 Venus-Statuen ­vergeben. Vier der elf Goldenen gingen an Nachwuchstalente.

•• Von Britta Biron

Von gesellschaftlich relevanten Kampagnen für die Gruft der Caritas und Österreich Werbung über außergewöhnliche Markeninszenierungen für das MAK und die Österreichische Post bis zu innovativen digitalen Arbeiten für Erste Bank und Sparkasse oder Boss – die Gewinner der CCA Venus 2026, die bei der Gala am 28. Mai in den Wiener Werkshallen bekannt gegeben wurden, zeigen die kreative Vielfalt und Qualität der österreichischen Kommunikationsbranche.

„Wie wohl jeder andere Sektor spürte auch die Kreativbranche im letzten Jahr die technologischen Umbrüche und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit – vielfach sogar härter als andere. Umso stärker ist es als Lebenszeichen der Kreativwirtschaft und unseres Berufsfeldes zu werten, dass sich der kreative Output dieses schwierigen Jahres in einer so diversen, spielfreudigen und lösungskreativen Liste der Nominierten widerspiegelt. In Zeiten, in denen der Wert unserer Arbeit und des menschlichen Ideenreichtums angesichts schier unendlicher technologischer Umsetzungswege intensiv diskutiert wird, setzen Kreativschaffende und der talentierte Nachwuchs in ganz Österreich ein deutliches Statement: Der wahre Differenziator und Katalysator für Marken bleibt Kreativität!“, so Christian Hellinger und Almut Becvar, Präsident und Vizepräsidentin des Creativ Club Austria

Strenge Bewertung
Von den insgesamt 1.078 eingereichten Projekten hatten die 327 für das finale Jury-Voting qualifiziert, 199 davon schafften es auf die Shortlist. Vergeben wurden 86 Bronze-, 33 Silber- und elf Gold-Veneres – darunter vier Gold-Auszeichnungen für Studierende. Für einen Grand Prix oder Special Award (Venus für Change und Venus for Equality) fand sich unter den 14 Juryvorsitzenden keine entsprechende Mehrheit.
Für Reini Schwarzinger, CCA-Geschäftsführer, ist das kein Manko, sondern spiegelt nur wider, dass es heuer weniger wirklich herausragende Arbeiten gibt. „Gleichzeitig ist das auch ein USP des CCA und der Awards: Es muss nichts verliehen werden, wenn die Jury nicht überzeugt ist.“

Neues Punktesystem …
Mit der CCA Venus 2026 wurde das Bewertungssystem des Rankings überarbeitet Eine Shortlist-Nominierung bringt einen Punkt. Bronze-Auszeichnungen erhalten vier Punkte, Silber sechs, Gold acht und ein Grand Prix 16 Punkte.

Alle prämierten Projekte fließen in das globale Ranking des The One Club for Creativity ein. Zudem können erstmals auch alle eingereichten Arbeiten zusätzlich beim ADC*Europe Award eingereicht werden.
„Die Öffnung wird sicherlich als attraktive Chance gesehen. Viele Agenturen haben Projekte mit internationalem Potenzial, die national aus unterschiedlichsten Gründen vielleicht nur solide performen, international aber – etwa durch Narrativ, Craft oder kulturelle Relevanz – besser verstanden und bewertet werden könnten“, so Becvar zu der Neuerung. Und Hellinger ergänzt: „Generell ist die CCA Venus ein solider Gradmesser dafür, welche Arbeiten das Potenzial haben, auch auf internationalem Parkett zu strahlen – dafür gibt es zahlreiche erfreuliche Beispiele heimischer Cases mit breitem Award-Echo in Europa und den USA. Dennoch erleben wir immer wieder, dass Jurys in Österreich – auch der überschaubaren Größe des Marktes und einer verhältnismäßig kleineren Kreativszene geschuldet – Arbeiten anders beurteilen als eine international besetzte Jury. Die Chance auf diesen Blickwinkel von Außen werden bestimmt einige Einreicher wahrnehmen, die es heuer nicht auf die CCA-Shortlist geschafft haben.“

… bietet zusätzliche Chancen
Dass die CCA Awards ähnlich dem ADC*Europe Award um die neue Hauptkategorie „Creativity by Industry Sectors“ erweitert werden, schließt er aus: „Eine solche Segmentierung ist für die CCA-Venus alleine schon aufgrund der Zahl an jährlichen Einreichungen nicht geplant. Solche Subkategorien machten bei der Menge an internationalen Einreichungen, wie sie etwa die Cannes Lions, Eurobest oder ADC*E aufweisen, durchaus Sinn, um Orientierung zu bieten und die Chancen der eigenen Arbeiten besser einschätzen zu können. Es ist aus kreativer Sicht beim CCA ja durchaus interessant, dass Arbeiten aufgrund ihrer kreativen Idee, Neuartigkeit und Exzellenz in der jeweiligen Kategorie und nicht vorrangig vor dem Hintergrund ihrer Branche beurteilt werden.“

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