WIEN. Die Nachfrage nach Verkaufsflächen in den Wiener Bestlagen bleibt hoch. Das geht aus dem aktuellen Retail-Marktbericht des Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Vor allem internationale Marken und neue Handelskonzepte sorgen demnach für zusätzliche Dynamik am Wiener Markt. Die Spitzenmieten liegen aktuell bei rund 380 Euro pro Quadratmeter und Monat.
Als wesentliche Faktoren nennt der Bericht die hohe touristische Nachfrage mit mehr als 20 Mio. Nächtigungen im Jahr 2025 sowie das anhaltende Bevölkerungswachstum. Gleichzeitig bleibe das Angebot an erstklassigen Flächen begrenzt.
Im Luxussegment haben zuletzt Marken wie Loewe, Celine und Zimmermann neue Standorte in der Wiener Innenstadt eröffnet. Weitere internationale Konzepte stehen vor dem Markteintritt. So eröffnet ON Running im Sommer 2026 einen ersten Flagship-Store in Wien Neubau. Auch der Markteintritt von Arc’teryx wurde von CBRE begleitet. Mit Arket auf der Mariahilfer Straße und Normal AS kamen zuletzt weitere internationale Händler nach Wien.
„Wir sehen in Wien eine sehr gesunde Marktdynamik. Neue Marken drängen in den Markt, gleichzeitig nutzen bestehende Retailer die aktuelle Phase aktiv für strategische Anpassungen ihrer Standorte“, sagt Christoph Ecker, Director Retail bei CBRE Österreich.
Erlebnis und Gastronomie gewinnen an Bedeutung
Besonders gefragt bleiben laut Bericht die Innenstadtlagen rund um Kohlmarkt, Graben und Kärntner Straße. Gleichzeitig gewinne die Mariahilfer Straße weiter an Bedeutung, auch wenn dort punktuell Leerstände sichtbar seien.
Zugleich verändern sich die Nutzungskonzepte im stationären Handel. Shoppingcenter und Innenstadtlagen setzen verstärkt auf Gastronomie-, Freizeit- und Entertainmentangebote, um zusätzliche Frequenz zu schaffen. Händler integrieren zudem vermehrt gastronomische Konzepte direkt in ihre Geschäfte.
„Der stationäre Handel entwickelt sich immer stärker in Richtung Erlebnis. Kunden erwarten heute mehr als nur ein Produkt – sie suchen Inspiration, Service und Aufenthaltsqualität“, so Ecker.
Österreichweit legte der Einzelhandelsumsatz 2025 laut Bericht inflationsbereinigt um 0,8 Prozent zu. Wachstumstreiber waren vor allem Lebensmittelhandel und E-Commerce, während der Non-Food-Bereich weiterhin unter Druck steht. Auch der Investmentmarkt zeigte sich zuletzt wieder aktiver. Das Investmentvolumen im Retailbereich lag 2025 bei rund 485 Mio. Euro. (red)