WIEN. Das iab austria begrüßt die aktuelle Reform der Medienförderung und die Planungen für die größere Förderreform 2028. Die Interessenvertretung der österreichischen Digitalwirtschaft sieht darin die Chance, Medienpolitik stärker mit Wettbewerbs-, Innovations- und Digitalpolitik zu verbinden. Gleichzeitig fordert sie weitere Maßnahmen zur Absicherung des heimischen Medien- und Digitalstandorts.
„Mit der Reform der Medienförderung wurden wichtige Weichen für die Weiterentwicklung des Medienstandorts gestellt. Als konstruktiver Sparringspartner von Politik, Medien und Wirtschaft möchte das iab austria dazu beitragen, Abhängigkeiten zu reduzieren und Medienunternehmen durch Förderungen als gezielte Investitionen zu unterstützen, die sie langfristig wirtschaftlich unabhängiger und tragfähiger machen“, erklärt iab-austria-Vizepräsidentin Rut Morawetz.
Wettbewerb mit Big Tech
Grundlage für weitere Forderungen ist eine Branchenumfrage unter Medienunternehmen, Publishern und Vermarktern. Als wesentliches Problem nennt das iab austria die fehlende Wettbewerbsgerechtigkeit gegenüber internationalen Big-Tech-Unternehmen, die laut Interessenvertretung im vergangenen Jahr rund 2,7 Mrd. Euro am österreichischen Markt umgesetzt haben.
Das iab austria spricht sich zudem dafür aus, Einnahmen aus der Digitalsteuer zweckgebunden für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Medienkompetenz und digitale Wertschöpfung einzusetzen. 2025 beliefen sich diese laut Aussendung auf rund 137 Mio. Euro.
Regulierung und digitale Geschäftsmodelle
Weitere Ansatzpunkte sieht die Interessenvertretung bei der konsequenten Durchsetzung des Digital Services Act und des Digital Markets Act. Gleichzeitig sollen europäische und österreichische digitale Wertschöpfung sowie das Open Web als unabhängige Medien- und Werbeinfrastruktur gestärkt werden.
Neben Fördermaßnahmen brauche es laut iab austria faire Wettbewerbsbedingungen, innovationsfreundliche regulatorische Rahmenbedingungen und technologieoffene Fördermodelle, um wirtschaftliche Perspektiven für Qualitätsjournalismus im digitalen Umfeld zu schaffen. (red)
Website: iab-austria.at