WIEN. Unter dem Titel „Innovation Society – Wie unsere Gesellschaft Innovation fördern und mit ihr umgehen kann“ lud die Internet Service Providers Austria (ISPA) am 1. Oktober zum Internet Summit Austria (ISA) ins Tech Gate Vienna. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rahmenbedingungen Österreich und Europa für digitale Innovation benötigen.
ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger sprach sich in seiner Eröffnungsrede für schnelle und nachvollziehbare Verfahren, technologieoffene Lösungen, faire Wettbewerbsbedingungen, Zugang zu Finanzierung und einen verlässlichen rechtlichen Rahmen aus. „Standortpolitik muss Zukunftsinfrastruktur ermöglichen – und darf sie nicht durch zusätzliche Belastungen ausbremsen“, so Ebenberger.
Regulierung und digitale Souveränität
Frank Karlitschek, Gründer und CEO von Nextcloud, widmete sich in seiner Keynote der digitalen Souveränität und offenen Infrastruktur. Dabei thematisierte er unter anderem die Rolle von Daten für die digitale Entwicklung und die europäische Unabhängigkeit.
In einer Oxford-Debatte diskutierten Erich Prem von eutema, Hanno Lorenz von Agenda Austria und Wolfgang Schwarzbauer von Eco Austria das Verhältnis zwischen Regulierung, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung. Trotz unterschiedlicher Positionen wurde dabei insbesondere die Qualität der Regulierung als entscheidender Faktor hervorgehoben.
Vier Breakout-Sessions beschäftigten sich anschließend mit digitaler Governance, Cybersicherheit, Innovationsbedingungen für Unternehmen sowie dem gesellschaftlichen Umgang mit Bots und Disruption. Als Herausforderungen wurden unter anderem komplexe Regulierungen, fehlende Kapitalverfügbarkeit, fragmentierte nationale Märkte und die Rahmenbedingungen für KMU thematisiert.
KI und Medienkompetenz
Auch der verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz war Thema. In einer Session mit Andre Wolf von mimikama und Stefan Erschwendner von Frontira wurde unter anderem die Bedeutung von Medienkompetenz und der kritischen Einordnung KI-generierter Inhalte diskutiert.
Zum Abschluss verwies ISPA-Präsident Harald Kapper auf die Verbindung von technischer Entwicklung und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. „Sicherheit, Datenschutz, digitale Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe sind keine Hindernisse, sondern die Grundlage dafür, dass Innovation Vertrauen schafft und tatsächlich allen zugutekommt“, so Kapper. (red)