Ipsos-Studie: KI sorgt für Jobunsicherheit in Österreich
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MARKETING & MEDIA Redaktion 16.04.2026

Ipsos-Studie: KI sorgt für Jobunsicherheit in Österreich

Hohe Nutzung in der österreichischen Bevölkerung, aber Skepsis bei Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

WIEN. Künstliche Intelligenz wird in Österreich bereits breit genutzt, gleichzeitig bleibt die Einschätzung ihrer Auswirkungen gespalten. Laut einer aktuellen Ipsos-Studie greifen 68 Prozent der Bevölkerung zumindest gelegentlich auf KI-Anwendungen zurück, 22 Prozent sogar regelmäßig.

Im beruflichen Kontext zeigt sich jedoch ein zurückhaltenderes Bild: Nur 42 Prozent setzen KI im Job oder in der Ausbildung ein. Die Nutzung konzentriert sich vor allem auf klassische Wissensarbeit, etwa Texterstellung, Übersetzungen oder Datenanalysen.

Chance oder Risiko?
Gleichzeitig wird KI von vielen als ambivalent wahrgenommen. 34 Prozent sehen darin eine persönliche Chance, 20 Prozent eine Bedrohung, während ein großer Teil unentschlossen bleibt. Für die Gesellschaft fällt die Bewertung tendenziell kritischer aus.

Besonders deutlich zeigt sich die Unsicherheit beim Thema Arbeitsmarkt: 51 Prozent der Befragten erwarten, dass KI mehr Jobs ersetzen als schaffen wird. Gleichzeitig äußern 20 Prozent konkrete Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz.

„Wir sehen hier eine typische Übergangsphase: Künstliche Intelligenz wird bereits genutzt und als hilfreich erlebt, gleichzeitig fehlt vielen noch die Sicherheit, wie sich die Technologie langfristig auf den eigenen Arbeitsplatz auswirkt“, sagt Alexander Zeh, Studienautor bei Ipsos in Österreich. „Diese Unsicherheit erklärt auch, warum die Erwartungen an Jobverluste derzeit höher sind als die wahrgenommene persönliche Betroffenheit.“

Hoher Weiterbildungswillen
Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Bevölkerungsgruppen. Ältere und gering qualifizierte Arbeitnehmer werden häufiger als gefährdet eingeschätzt, während hochqualifizierte Fachkräfte und Unternehmen eher als Profiteure gelten.

Trotz der Unsicherheit ist die Bereitschaft zur Weiterbildung hoch: 46 Prozent geben an, sich weiterqualifizieren zu wollen. Gleichzeitig sehen viele die Verantwortung für den Umgang mit KI vor allem bei staatlichen und institutionellen Akteuren.

Die Mehrheit rechnet zudem mit raschen Veränderungen: Ein großer Teil erwartet spürbare Auswirkungen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Die Studie zeigt damit eine Übergangsphase, in der Nutzung und Unsicherheit parallel bestehen. (red)

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