MÜNCHEN. Unternehmen der Medien- und Entertainment-Branche, die konsequent auf Künstliche Intelligenz setzen, stehen laut einer aktuellen Studie von Fastly vor wachsenden Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit. Dem Global Security Research Report zufolge benötigen sogenannte AI-First-Unternehmen nach Sicherheitsvorfällen durchschnittlich mehr als sechs Monate für die vollständige Wiederherstellung ihrer Systeme. Das sind 43 Tage mehr als bei Unternehmen, die sich nicht als AI-First definieren.
Die Untersuchung zeigt zudem, dass KI bei 41 Prozent der AI-First-Unternehmen direkt mit dem letzten Sicherheitsvorfall in Verbindung stand. Bei Unternehmen ohne vergleichbare KI-Strategie lag dieser Anteil bei sieben Prozent.
Wachsende Angriffsfläche
Laut Studie erweitern agentenbasierte Workflows und dezentrale Datenstrukturen die potenzielle Angriffsfläche erheblich. 44 Prozent der befragten AI-First-Unternehmen aus der Medien- und Entertainment-Branche gaben an, dass KI zu Sicherheitslücken oder fehlender Transparenz beigetragen habe. Damit weist die Branche den höchsten Wert unter den untersuchten Wirtschaftszweigen auf.
„Die Geschwindigkeit, mit der KI eingeführt wird, verändert Sicherheitsinfrastrukturen praktisch über Nacht. Für AI‑First‑Unternehmen geht es nicht darum, Innovation zu bremsen, sondern Sicherheit im gleichen Tempo zu modernisieren“, erklärt Marshall Erwin, Chief Information Security Officer bei Fastly. „Das bedeutet, KI‑ und Inferenz‑Infrastrukturen zu sichern, unerwünschte KI‑Crawler‑Aktivität zu überwachen, Schatten‑KI zu erkennen und die äußeren Abwehrlinien zu stärken.“
Steigende Kosten durch KI-Aktivitäten
Zusätzliche Belastungen entstehen laut Report durch AI-Scraping. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen sehen darin bereits einen erheblichen Kostenfaktor. Die durchschnittlichen jährlichen Infrastrukturkosten liegen demnach bei mehr als 340.000 Euro. 51 Prozent berichten über steigende Infrastrukturkosten, 47 Prozent über betriebliche Störungen und 39 Prozent über negative Auswirkungen auf Online-Angebote.
Wir erleben derzeit eine grundlegende Veränderung dessen, wofür Unternehmen verteidigungstechnisch verantwortlich sind. Die Herausforderung liegt nicht mehr nur in der Abwehr einzelner Angriffe, sondern in der Sicherung einer Infrastruktur, die sich schnell und oft unsichtbar ausweitet“ so Erwin.
Um auf die neuen Anforderungen zu reagieren, investieren Medienunternehmen verstärkt in Technologien wie Agentic Discoverability, Web Application Firewalls und API-Sicherheitslösungen. Dennoch erwarten 74 Prozent der Befragten künftig Angriffe auf KI-Agenten, während 60 Prozent einen steigenden Bedarf an spezialisierter Sicherheitsexpertise sehen. (red)