Kommunikation braucht Daten
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MARKETING & MEDIA Redaktion 17.03.2026

Kommunikation braucht Daten

Die Österreicherinnen und Österreicher ­verbringen viel Zeit mit Telefonie und digitalen Kommunikationsformen.

Kürzlich wurde der aktuelle Internet Monitor der RTR präsentiert. Die Studie analysiert regelmäßig die Entwicklung der digitalen Kommunikation und Mediennutzung in Österreich und zeigt, wie sich Nutzungsmuster durch neue Technologien, steigende Bandbreiten und wachsende Datenmengen verändern.
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Der Bericht macht deutlich, dass digitale Kommunikationsdienste sowie datenintensive Anwendungen zunehmend den Alltag prägen und damit auch die Rahmenbedingungen für Medien, Werbung und Kommunikation verändern. Im dritten Quartal nutzten rund neun Millionen Menschen in Österreich täglich verschiedene digitale Kommunikationsformen. Durchschnittlich wurden pro Tag 7,1 Minuten mit Messengerdiensten verbracht, 6,9 Minuten über Handy oder Festnetz telefoniert und zusätzlich 6,0 Minuten in Videokonferenzen. Insgesamt summierte sich diese Nutzung auf 16,6 Milliarden Minuten Kommunikation. Pro Person entspricht das im Durchschnitt 20,1 Minuten Telefonie pro Tag im dritten Quartal 2025. Damit wurde rund 22% mehr Zeit für Telefonie aufgewendet als ein Jahr zuvor: Im dritten Quartal 2024 lag der tägliche Durchschnitt noch bei 16,5 Minuten. Parallel dazu bleibt auch der digitale Nachrichtenaustausch sehr intensiv. Im dritten Quartal wurden in Österreich insgesamt 25,9 Milliarden Chatnachrichten sowie 1,14 Milliarden E-Mails verschickt.

Es wird kommuniziert
Durchschnittlich versendet jede Person täglich 31 Chatnachrichten und 1,4 E-Mails, während SMS mit nur noch 0,24 Nachrichten pro Tag eine kaum noch relevante Rolle spielen. Insgesamt zeigt der Bericht, dass der Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie steigende Datenmengen und Bandbreiten die Nutzung digitaler Kommunikations- und Medienangebote in Österreich weiter prägen.

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist das stark steigende Datenvolumen. Sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk werden mittlerweile pro Quartal Datenmengen im Bereich von mehr als tausend Petabyte übertragen. Besonders im Festnetz steigt der Datenverbrauch pro Anschluss deutlich an und liegt inzwischen bei monatlichen Datenvolumina von deutlich über zweihundert Gigabyte. Diese Entwicklung gilt als klarer Indikator für die zunehmende Nutzung datenintensiver Anwendungen – allen voran Video- und Streamingangebote.

Damit wird der Festnetzanschluss für viele Haushalte zunehmend zum zentralen Zugangspunkt für datenintensive Mediennutzung. Während mobiles Breitband weiterhin eine wichtige Rolle für flexible Nutzung unterwegs spielt, erfolgt der Großteil des Datenverbrauchs im heimischen Netzwerk. Für Medienanbieter bedeutet das, dass Streaming-Plattformen, Video-On-Demand-Dienste und internetbasierte TV-Angebote weiter an Bedeutung gewinnen.

Technische Struktur wächst
Parallel dazu zeigt der Bericht, dass sich auch die technische Infrastruktur kontinuierlich weiterentwickelt. Neben kupferbasierten xDSL-Netzen und Kabelinfrastrukturen wächst insbesondere der Glasfaserausbau. Mehr als zweieinhalb Millionen Anschlussobjekte könnten bereits mit Glasfaser versorgt werden. Tatsächlich aktiv genutzt wird diese Infrastruktur jedoch noch deutlich seltener, was auf eine deutliche Lücke zwischen technischer Verfügbarkeit und tatsächlicher Nachfrage hinweist.

Auch bei den verfügbaren Bandbreiten zeigt sich ein ähnliches Bild. Viele Haushalte könnten bereits deutlich höhere Geschwindigkeiten nutzen, entscheiden sich jedoch weiterhin für Tarife mit niedrigeren Bandbreiten. Für Medienunternehmen bedeutet das, dass technische Möglichkeiten für datenintensive Anwendungen zwar zunehmend vorhanden sind, von den Nutzerinnen und Nutzern jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft werden.
Ein weiteres Merkmal des österreichischen Marktes ist die weiterhin starke Rolle mobiler Breitbandzugänge. Rund ein Drittel aller Breitbandanschlüsse basiert auf mobilen Technologien. Gerade außerhalb der großen Ballungsräume stellt mobiles Internet damit einen wichtigen Bestandteil der digitalen Versorgung dar. Für digitale Kommunikation und Werbung bedeutet das, dass mobile Endgeräte weiterhin eine zentrale Rolle in der Mediennutzung spielen.

Kupferkabel bleibt wichtig
Auch die technologische Struktur des Netzausbaus bleibt vielfältig. Ein großer Teil der Versorgung basiert weiterhin auf kupferbasierten xDSL-Netzen. Gleichzeitig spielt Kabelinternet eine wichtige Rolle, wobei der Großteil der Anschlüsse bereits auf dem modernen DOCSIS-3.1-Standard basiert und damit Bandbreiten im Gigabitbereich ermöglicht. Diese Kombination unterschiedlicher Technologien prägt den österreichischen Breitbandmarkt und sorgt für parallele Infrastrukturen verschiedener Anbieter.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei der regionalen Struktur des Marktes. Neben großen Telekomunternehmen sind in mehreren Bundesländern kommunale Glasfasernetze und regionale Anbieter aktiv. Besonders in einzelnen Regionen entsteht dadurch ein stärker fragmentierter Markt mit einer größeren Zahl an Infrastrukturbetreibern. In Tirol etwa existiert eine große Zahl offener Glasfasernetze von Gemeinden, die verschiedenen Diensteanbietern zur Verfügung stehen.

Datenintensiv und digital
Für Medienunternehmen, Plattformanbieter und Werbewirtschaft zeigt der Bericht damit eine klare Richtung: Die technische Basis für datenintensive digitale Medienangebote wächst kontinuierlich. Gleichzeitig verändern sich Nutzungsmuster und Infrastruktur Schritt für Schritt. Steigende Datenvolumina, wachsende Bandbreiten und mobile Nutzung führen dazu, dass digitale Medienangebote immer stärker auf Streaming, Video und datenbasierte Kommunikationsformen ausgerichtet sind.

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