Mehrheit für Smartphone-Verbot an Schulen
© APA / dpa / Jens Kalaene
MARKETING & MEDIA Redaktion 03.08.2026

Mehrheit für Smartphone-Verbot an Schulen

Ipsos-Studie zeigt Skepsis gegenüber digitaler Nutzung. KI wird als Lernwerkzeug differenzierter bewertet.

WIEN. Smartphones und der Umgang mit digitalen Medien stehen im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion zum Bildungssystem. Laut dem Ipsos Bildungsmonitor 2026 sprechen sich 62 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für ein Verbot von Smartphones an Schulen aus. Nur 26 Prozent lehnen eine solche Maßnahme ab. Auch strengere Regeln für soziale Medien finden breite Zustimmung: 72 Prozent sind der Ansicht, dass Kinder unter 14 Jahren keinen Zugang zu sozialen Medien haben sollten.

Die Ergebnisse zeigen eine differenzierte Haltung gegenüber digitalen Technologien. Während Smartphones und soziale Medien kritisch bewertet werden, fällt die Einschätzung von Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich zurückhaltender aus. 34 Prozent würden KI-Anwendungen wie ChatGPT an Schulen verbieten, 48 Prozent sprechen sich gegen ein solches Verbot aus.

„Die österreichische Bevölkerung unterscheidet damit klar zwischen Smartphones und sozialen Medien auf der einen sowie KI als Lernwerkzeug auf der anderen Seite“, sagt Alexander Zeh, Studienautor bei Ipsos in Österreich.

Die Diskussion über digitale Medien ist Teil einer umfassenderen Bewertung des österreichischen Bildungssystems. Insgesamt beurteilen 36 Prozent der Befragten dessen Qualität positiv, während rund ein Viertel eine kritische Einschätzung abgibt. Besonders bei der Verringerung sozialer Ungleichheiten und der Vorbereitung auf das Berufsleben sehen viele Befragte Verbesserungsbedarf.

Nur 36 Prozent sind der Ansicht, dass das Bildungssystem soziale Ungleichheiten reduziert. Bei der Zukunftsorientierung der Lehrpläne stimmen 33 Prozent zu, während 59 Prozent diese als nicht ausreichend bewerten.

Als größte Herausforderungen für das Bildungssystem nennen die Befragten die Integration von Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache (58 Prozent), veraltete Lehrpläne (42 Prozent) und den Lehrermangel (34 Prozent). Die zunehmende Bedeutung generativer Künstlicher Intelligenz im Unterricht sehen 19 Prozent als Herausforderung.

Auch die Situation junger Menschen wird kritisch bewertet. Besonders die psychische Gesundheit sorgt für Sorgen: Nur neun Prozent beurteilen diese als gut, während 58 Prozent sie als schlecht einschätzen. Die digitale Welt wird ebenfalls kritisch gesehen: 62 Prozent halten Online-Räume für junge Menschen in Österreich nicht für sicher.

Der Ipsos Bildungsmonitor 2026 basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1.012 Personen in Österreich im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Erhebung wurde von 13. bis 21. Juli 2026 durchgeführt.

https://www.ipsos.com/de-at/ipsos-bildungsmonitor-2026-oesterreich

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL