Gastkommentar ••• Von Daniel Frixeder
WIEN. Vor Kurzem saß mir ein Geschäftsführer gegenüber. Sein Unternehmen macht gute Arbeit, die Kunden sind zufrieden. Trotzdem sagte er: „Wir investieren in Social Media, Newsletter und Kampagnen – aber irgendwie verpufft das.“
So etwas hören wir immer wieder. Viele Unternehmen tun viel. Kommunizieren regelmäßig, nutzen neue Kanäle, produzieren Inhalte. Und trotzdem bewegt sich wenig.
Wo liegt der Fehler?
Der Grund liegt selten im fehlenden Einsatz, sondern in der fehlenden Basisarbeit. Werbung wird oft gestartet, bevor geklärt ist, wofür ein Unternehmen stehen will und wen es eigentlich mit welchen Botschaften erreichen möchte. So wird man sichtbar, aber nicht relevant. Viel Geld, wenig Wirkung.
Wirksame Kommunikation braucht zwei Dinge. Erstens: Klarheit über das eigene Profil (Identität). Was können wir wirklich gut? Welche Probleme lösen wir? Wofür wollen wir bekannt sein? Zweitens: echtes Verständnis für die Menschen (Consumer Insights) auf der anderen Seite. Was beschäftigt sie? Was erwarten sie? Nur, wer sich damit ernsthaft auseinandersetzt, kommuniziert effizient.
Und ja: Effizienz ist im Marketing heute unverzichtbar. KI und weiter digitale Tools helfen, Inhalte schneller zu produzieren. Wirkung entsteht jedoch dort, wo man sich zu klaren Leitplanken bekennt und diese konsequent einhält – unabhängig davon, ob Inhalte mit KI-Unterstützung oder von Personen erstellt werden. Diese Verlässlichkeit macht Kommunikation glaubwürdig.
Die gute Nachricht: Dafür braucht es nicht immer große Budgets oder monatelange Prozesse. Für jede Anforderung gibt es bewährte Methoden, um mehr Klarheit über die eigene Marke zu schaffen. Wer weiß, was passt, kann auch klar entscheiden, was nicht passt.
Unternehmen, die diese Basis klären, arbeiten fokussierter. Sie brauchen weniger Aktionismus, weniger Abstimmungsmeetings, weniger Budget. Die anderen probieren ständig Neues: heute Instagram, morgen LinkedIn, übermorgen ein Rebranding. Alles wirkt professionell – aber nichts bleibt haften.
Es beginnt also mit ein paar ehrlichen Fragen: Wofür wollen wir stehen? Welche Probleme lösen wir tatsächlich? Wie klingt unsere Kommunikation, wenn sie stimmig ist? Und was lassen wir bewusst weg?
Denn Bedeutung entsteht nicht durch mehr Lautstärke oder höhere Frequenz. Sie entsteht durch Relevanz. Und Relevanz beginnt dort, wo Klarheit herrscht – über sich selbst und über die Menschen, die man erreichen will. Make it matter.
