ePaper bleibt wichtiger Wachstumstreiber
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MARKETING & MEDIA Redaktion 27.02.2026

ePaper bleibt wichtiger Wachstumstreiber

Die ÖAK-Zahlen 2025 zeigen sinkende Printauflagen und steigende ePaper-Anteile an der verkauften Auflage.

Auch die Auswertung des Jahresschnitts 2025 der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) bestätigt die strukturelle Entwicklung des heimischen Printmarkts: Die meisten Tageszeitungen, Magazine und Wochen- und Monats­titel verzeichnen rückläufige Verkaufsauflagen, während sich das ePaper unterschiedlich, aber durchwegs positiv entwickelt.

Print schrumpft weiter
Die Tageszeitungen verlieren 2025 in Summe spürbar an verkaufter Auflage. Alle in der Tabelle ausgewiesenen Titel kommen gemeinsam auf eine verkaufte Auflage von 1.246.848 Exemplaren. Im Vergleich zu 2024 mit 1.296.299 Stück bedeutet das einen Rückgang um durchschnittlich 3,82%. Der Printmarkt schrumpft damit weiterhin strukturell, allerdings in einem moderaten einstelligen Bereich.

ePaper wächst weiter
Gleichzeitig steigt die kumulierte ePaper-Auflage dieser Titel von 242.807 auf 258.483 Exemplare. Das entspricht einem Zuwachs von 15.676 Stück bzw. 6,06%. Digital wächst also auch 2025 weiter, jedoch deutlich langsamer als in den Hochphasen der Pandemie-Jahre 2020 bzw. 2021 und nicht ausreichend, um die absoluten Printverluste vollständig zu kompensieren.

„Krone“ deutlicher Leader
Die Kronen Zeitung verkaufte im Jahr 2025 rund eine halbe Million Exemplare und verliert damit etwas mehr als 24.000 Stück gegenüber 2024. Trotz dieses Minus von 4,59% bleibt die Kronen Zeitung damit klarer Marktführer in Österreich.
Zudem konnte das ePaper um 6.583 auf 59.143 zulegen, was einem Wachstum von 12,53% entspricht. Digital wächst die Kronen Zeitung also zweistellig, kann damit den absoluten Print-Rückgang jedoch nicht ausgleichen.

Weitere top Tageszeitungen
Dahinter auf Platz zwei rangiert die Kleine Zeitung. Sie kommt auf 241.927 Stück verkaufte Auflage unter der Woche, was einem Minus von 2,86% entspricht. Demgegenüber weist das ePaper der Kleinen Zeitung ein ordentliches Plus von 5,55% aus.
Auch der Kurier verliert 4,92% an verkaufter Printauflage, kann sich allerdings beim ePaper ebenfalls über ein leichtes Wachstum von 2,25% freuen.

Die Oberösterreichische Nachrichten geben nur 1,03% im Segment Print nach, steigern aber ihr ePaper deutlich um 13,43%.
Die Tageszeitung Die Presse darf sich sogar in puncto Printauf­lage über ein zartes Plus im Ausmaß von 0,64% freuen, was eine absolute Ausnahmeerscheinung darstellt. Digital wächst Die Presse sogar um 8,69%.

Bei Der Standard war 2025 in jeder Hinsicht rückläufig. So verliert die Tageszeitung bei der Printauflage 5,16% und – was im Vergleich mit den Mitbewerbern eine Ausnahme ist – auch 4,58% beim ePaper . Ein Hinweis darauf, dass selbst starke Marken nicht automatisch digital wachsen.

Gratiszeitungen stabil
Im Gratis-Segment summiert sich die verbreitete Auflage der stärksten Tages- und Wochentitel im Jahr 2025 auf 4.191.741 Exemplare. Im Vorjahr waren es mit 4.213.453 etwas mehr. Das entspricht einem moderaten Rückgang von 0,52%.
Demgegenüber schaffte die ePaper-Auflage eine aggregierte Steigerung von 4,85% – von 82.217 auf 86.205 Stück. Die Zeitung
Heute legte bei der verbreiteten Auflage um 1,13% zu. Besonders stark entwickelte sich das ePaper mit einem Plus von 83,18%; allerdings von einer niedrigen Ausgangsbasis.

Die Kombi Österreich und oe24 hingegen verliert 0,98% in der Verbreitung sowie 3,67% beim ePaper. Mein Bezirk – RegionalMedien Austria bleibt mit 3,34 Mio. Exemplaren verbreiteter Auflage (gesamt – alle Bundesländer) weiter on Top, verliert jedoch 0,68%. Das ePaper wächst hier um 24,42%.

Wochen- und Monatstitel
Ebenfalls unter Druck steht die Verkaufsauflage der Kauf-Wochen- und Monatstitel des Landes. Diese sank 2025 im Vergleich zu 2024 von 747.634 auf 705.132 Exemplare (alle ausgewiesenen Titel – die Top 10; siehe Tabelle). Das entspricht einem Minus von 5,68%. Auch das ePaper verliert insgesamt 7,43%.

Die ganze Woche bietet kein ePaper an und gibt bei der Verkaufsauflage Print 3,85% ab. tv-media verliert 6,41% im Print sowie 5,85% beim ePaper. Servus in Stadt & Land sinkt um 8,20% im Printbereich (ebenfalls kein ePaper im Angebot.
Woman verzeichnet mit –17,92% den stärksten Print-Rückgang; das ePaper bricht gar um 28,54% ein. Das profil verliert 4,45% in Print, wächst allerdings digital leicht um 0,89%. News muss in beiden Segmenten Rückgänge hinnehmen. (red)

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