WIEN. Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt entsorgt monatlich Lebensmittel im Wert von rund 100 Euro. Darauf weist der WWF anlässlich des Tages der Lebensmittelrettung am 26. Mai hin. Grundlage der Berechnung sind Daten und Studien zu Lebensmittelabfällen in Kombination mit aktuellen Lebensmittelpreisen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Lebensmittelverschwendung nicht nur Umwelt und Klima belastet, sondern auch spürbare Kosten für Haushalte verursacht. Wer weniger wegwirft, spart daher Geld und schont wertvolle Ressourcen“, erklärt WWF-Experte Dominik Heizmann.
Laut WWF landen in privaten Haushalten monatlich durchschnittlich rund 14 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Besonders häufig betroffen sind Obst und Gemüse sowie Brot- und Backwaren. Fleisch, Fisch und Wurst würden zwar in geringeren Mengen entsorgt, schlagen laut WWF aber stärker zu Buche. Gründe seien unter anderem falsche Lagerung, übermäßige Einkäufe oder nicht rechtzeitig verbrauchte Lebensmittel.
Insgesamt gehen in Österreich entlang der gesamten Versorgungskette jährlich mehr als 1,2 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren oder werden weggeworfen. Rund 570.000 Tonnen entfallen laut WWF auf Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung, weitere 685.000 Tonnen auf private Haushalte.
Der WWF fordert deshalb mehr Aufklärung über den Wert von Lebensmitteln sowie Maßnahmen zur besseren Erfassung von Lebensmittelabfällen. „Von der Landwirtschaft bis zum Haushalt werden noch immer enorme Mengen genießbarer Lebensmittel verschwendet. Deshalb braucht es mehr Transparenz über Lebensmittelabfälle, verbindliche Reduktionsziele und bessere Rahmenbedingungen für Lebensmittelspenden“, so Heizmann.
Nach Einschätzung des WWF verursacht Lebensmittelverschwendung nicht nur direkte Kosten für Haushalte, sondern wirkt sich auch indirekt auf Lebensmittelpreise aus. Kosten für Produktion, Transport, Lagerung und Entsorgung von Lebensmitteln, die letztlich nicht konsumiert werden, würden entlang der gesamten Wertschöpfungskette mitgetragen. Laut einer Modellierung der EU-Kommission könnten die Preise vieler Lebensmittel sinken, wenn die Verschwendung bis 2030 halbiert wird.
re:think media in Graz
Die Medieneventreihe re:think media gastierte am 21. Mai im Unicorn Startup & Innovation Hub in Graz. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das diesjährige Motto „Tech meets Creativity“.