Baustelle Neubau
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FINANCENET REAL:ESTATE Redaktion 21.08.2026

Baustelle Neubau

EY-Parthenon zufolge dürfte Österreichs Bauwirtschaft 2026 ihren Tiefpunkt erreichen – Wohnungsbau bleibt unter Druck.

WIEN. Die österreichische Bauwirtschaft dürfte 2026 ihren Tiefpunkt erreichen. Ein kräftiger Aufschwung ist laut neuer EY-Parthenon-Bauprognose aber nicht in Sicht. Das reale Bauvolumen sinkt von 58,7 Mrd. € im Jahr 2021 auf voraussichtlich 51,7 Mrd. € 2026. Bis 2028 wird nur ein leichter Anstieg auf 52 Mrd. € erwartet.
Besonders unter Druck steht der Hochbau. Sein Volumen sank von 50,6 Mrd. € 2021 auf 43,3 Mrd. € 2025. Für 2026 wird nochmals ein Minus von 0,3% erwartet, ehe 2027 und 2028 moderate Zuwächse folgen. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie unsichere Verkaufserlöse machen viele Projekte wirtschaftlich schwierig. „Viele Bauprojekte scheitern derzeit nicht an mangelnder Nachfrage, sondern an ihrer wirtschaftlichen Umsetzbarkeit“, sagt Ralf Seidenspinner, Senior Manager bei EY Österreich. Kosten, Finanzierung und erwartbare Erlöse passten häufig nicht zusammen.

Größte Schwachstelle
Besonders stark eingebrochen ist der Neubau. Das reale Volumen sank zwischen 2021 und 2025 von 35,4 auf 27,9 Mrd. €. Für 2026 wird erstmals wieder ein leichtes Wachstum von 0,6% erwartet. Renovierungen stabilisierten den Markt zuletzt stärker: Ihr Volumen lag 2025 mit 15,4 Mrd. € nahezu auf dem Niveau von 2021. Für 2026 wird allerdings wieder ein Rückgang von 1,9% prognostiziert.

Auch der Wohnungsbau kommt kaum voran. Sein Volumen dürfte 2026 und 2027 bei rund 27,5 Mrd. € stagnieren und erst 2028 leicht auf 27,9 Mrd. € steigen. Damit bleibt der Markt unter dem Niveau von 2024, bei weiterhin hohen Bedarf an Wohnraum. „Bedarf allein baut keine Wohnungen“, sagt Elisabeth Sardy-Rauter, Director bei EY Österreich. Entscheidend sei, ob sich Projekte unter den aktuellen Kosten-, Finanzierungs- und Rahmenbedingungen wieder wirtschaftlich darstellen ließen. Neben hohen Kosten und strengeren Finanzierungsbedingungen bremsen auch teurere Grundstücke sowie Unsicherheiten bei Preisen, Förderungen und regulatorischen Vorgaben.

Wohnungsbau wichtig
Wie schwach die Pipeline ist, zeigen die Baubewilligungen. Zwar stieg deren Zahl im Wohnbau 2025 leicht auf rund 11.000, gegenüber rund 23.000 im Jahr 2021 ist das Niveau aber weiterhin weniger als halb so hoch. Bei anderen Gebäuden sank die Zahl der Bewilligungen 2025 auf rund 5.400.

Damit bleibt der Wohnungsbau der entscheidende Faktor für die Erholung der Branche. „Im Zusammenhang mit der Bauwirtschaft wird oft über große Infrastrukturprojekte diskutiert. Tatsächlich hängt die Entwicklung des Marktes wesentlich vom Wohnungsbau ab. Allein das Wohnungsbausegment ist etwa mehr als dreimal so groß wie der gesamte Infrastrukturbau. Solange der Wohnungsbau nicht wieder an Dynamik gewinnt, wird die Bauwirtschaft insgesamt nur schwer aus ihrer aktuellen Schwächephase herausfinden“, so Sardy-Rauter.

Auch der Nicht-Wohnungsbau liefert keinen kräftigen Impuls. Sein Volumen soll von 15,8 Mrd. € 2025 auf 15,7 Mrd. € 2026 sinken und bis 2028 auf 16,1 Mrd. € steigen. Insgesamt dürfte die Bauwirtschaft damit vorerst in einer Phase der Stabilisierung bleiben – ein kräftiger Neustart zeichnet sich nicht ab.

Entspannung schüchtern
Erste positive Signale kommen von der Auftragslage. Die Reichweite der Auftragsbestände im Baugewerbe steigt im ersten Quartal 2026 auf 15 Wochen, nach 13 Wochen im Jahr 2025. Gleichzeitig verbesserten sich die Auftragseingangserwartungen deutlich: Der Saldo stieg von –37% im Jahr 2024 auf –20% im Jahr 2025 und weiter auf minus vier Prozent im Jahr 2026. Das zeigt: Die Lage entspannt sich. Von einer Trendwende könne aber laut EY-Parthenon-Bauprognose noch nicht gesprochen werden. (hk)

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