TADTEN. Die Verbindung von landwirtschaftlicher Produktion und erneuerbarer Energiegewinnung stand im Mittelpunkt des Bionet-Fachtags „Agri-PV & Ackerbau“, der Anfang Juni am Tadtner Meierhof im burgenländischen Seewinkel stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Netzwerk Bionet gemeinsam mit der Pannatura GmbH. Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Energiewirtschaft diskutierten aktuelle Entwicklungen und Praxiserfahrungen rund um Agri-Photovoltaik.
Im Rahmen eines Fachprogramms präsentierten Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz Forschungsergebnisse und Anwendungsbeispiele. Themen waren unter anderem technische und rechtliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Aspekte sowie Auswirkungen von Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftliche Flächen. Vorgestellt wurden zudem internationale Praxisbeispiele und langfristige Forschungsprojekte zur Nutzung von Agri-PV-Systemen.
Großprojekt in Tadten und Wallern als Praxisbeispiel
Ein Schwerpunkt lag auf der Agri-PV-Anlage Tadten/Wallern, die als eines der größten Agri-PV-Wind-Kombinationsprojekte Europas gilt. Die Anlage wurde im März 2025 nach rund einem Jahr Bauzeit in Betrieb genommen. Derzeit umfasst sie 120 Hektar mit einer Modulleistung von 118 Megawatt, weitere 18 Hektar befinden sich im Ausbau.
Das gemeinsame Projekt von Burgenland Energie und Pannatura verbindet Stromerzeugung mit biologischer Bewirtschaftung und Biodiversitätsmaßnahmen. Zum Konzept zählen unter anderem schwenkbare Module, große Reihenabstände für die landwirtschaftliche Nutzung, zusätzliche ökologische Aufwertungsflächen sowie der Verzicht auf klassische Einzäunungen zugunsten von Naturbarrieren.
Bei einer Feldbesichtigung konnten die Teilnehmer die Anlage sowie laufende Versuche mit Getreide, Leguminosen und Feldgemüse besichtigen. Nach Angaben der Projektpartner zeigen erste Erfahrungen, dass Kulturen wie Salat, Knoblauch, Soja und Erdäpfel gut mit den Bedingungen unter den Modulen zurechtkommen. Ergänzt wurde das Programm durch eine Vorführung moderner Hackroboter.
„Agri-PV schafft eine echte Symbiose aus Sonnen- und Bodennutzung: Die Pflanzen werden geschützt, während die Photovoltaik durch natürliche Kühlung effizienter arbeitet – ein Gewinn für Landwirtschaft und Energie zugleich“, so Markus Fritz, Leiter des Bereichs Landwirtschaft und Prokurist der Pannatura GmbH.
Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz. Das große Interesse und der intensive Austausch hätten den steigenden Bedarf an Informationen und Praxisbeispielen im Bereich der Agri-Photovoltaik unterstrichen. (red)