Analyse: Online-Käufer sehen Zollgebühr als Beitrag zu mehr Fairness
© APA Hans Klaus Techt
RETAIL Redaktion 09.06.2026

Analyse: Online-Käufer sehen Zollgebühr als Beitrag zu mehr Fairness

WIEN. Die geplante EU-Zollgebühr von 3 Euro auf Pakete aus Drittstaaten stößt bei Österreichs Online-Shoppern auf überraschend hohe Akzeptanz. Laut einer Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) befürworten 46% aller Online-Käufer die Maßnahme. Unter jenen, die regelmäßig bei Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress bestellen und direkt betroffen wären, liegt die Zustimmung bei 35%.

Der Hauptgrund: Viele Konsumenten sehen die Gebühr als Beitrag zu faireren Wettbewerbsbedingungen. Schließlich müssen auch heimische Händler Zoll entrichten, wenn sie Waren aus Drittstaaten importieren. Deutlich schlechter schneidet dagegen die zuletzt diskutierte nationale Paketsteuer von 2 Euro ab. Diese wird nur von 24% aller Online-Shopper unterstützt.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass die Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten begrenzt bleiben dürften. Mehr als die Hälfte der betroffenen Käufer würde künftig Preise noch genauer vergleichen, aber weiterhin online bestellen. 35% wollen ihr Einkaufsverhalten überhaupt nicht ändern, während lediglich 5% angeben, verstärkt wieder im stationären Handel einkaufen zu wollen.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass Maßnahmen eher akzeptiert werden, wenn sie als Beitrag zu mehr Wettbewerbsgleichheit wahrgenommen werden und nicht primär als zusätzliche Belastung erscheinen“, sagt IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger.

Für Christoph Teller, Vorstand des IHaM, zeigt die Studie, dass Konsumenten nicht allein auf die Höhe einer Abgabe achten. Ebenso wichtig seien Fairness, Nachvollziehbarkeit und die Frage, welchem Zweck eine Maßnahme dient. Ob die Paketflut aus Asien tatsächlich eingedämmt werden kann, werde sich erst zeigen, wenn die verschiedenen geplanten Abgaben schrittweise eingeführt werden.

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