Berufliche Inklusion als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
© BMWET/Enzo Holey
Martin Essl, Wolfgang Hattmannsdorfer, Sabine Weber-Treiber und Walter Oblin
RETAIL Redaktion 03.06.2026

Berufliche Inklusion als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

WIEN. Die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ein zentrales Zukunftsthema für Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Bei einer Pressekonferenz des Zero Project gemeinsam mit der Österreichischen Post AG wurde der Beitrag inklusiver Arbeitsmodelle für Fachkräftesicherung, Innovation und stabile Teams hervorgehoben. Inklusion im Arbeitsalltag wird dabei sowohl als gesellschaftliche Aufgabe als auch als wirtschaftlicher Hebel betrachtet.
Inklusion als wirtschaftliche Ressource

In Österreich leben bis zu 1,9 Millionen Menschen mit Einschränkungen im Alltag, während Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind. Nur rund 15 Prozent der Menschen mit registrierter Behinderung sind erwerbstätig.

Martin Essl, Gründer und Initiator, Zero Project: „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen die Chance zu geben, durch eine ihren individuellen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit ein eigenes Einkommen zu erzielen. Auf diese Weise erfahren sie Wertschätzung und das Gefühl, einen wichtigen Beitrag zu leisten – Aspekte, die ihr Selbstbewusstsein nachhaltig stärken. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Unternehmer weiß ich, dass sich diese Menschen durch außergewöhnliches Engagement, hohe Motivation und große Loyalität auszeichnen – eine Win-win-win-Situation!“

Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus: „Rund 170.000 Menschen wollen und können arbeiten – sie finden nur keinen Zugang, und das in Zeiten des schärfsten Fachkräftemangels seit Jahrzehnten. Die Post zeigt gemeinsam mit dem Zero Project, dass Inklusion funktioniert, Teams stärkt und brachliegende Arbeitspotenziale erschließt – ÖBAG-Unternehmen liefern damit mehr als Dividenden: Sie tragen dazu bei, den Fachkräftemangel zu lindern und den Wirtschaftsstandort zu stärken, und genau das erwarte ich von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung.“

Die Österreichische Post zählt mit rund 20.000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern des Landes und beschäftigt rund 1.300 Menschen mit Behinderungen. Damit wird die gesetzliche Beschäftigungsquote übererfüllt.

Die Einsatzbereiche reichen von Logistikzentren über die Zustellung bis zu zentralen Unternehmensbereichen. In der Vorsortierung leisten Mitarbeiter mit Autismus-Spektrum einen Beitrag in klar strukturierten Abläufen. In der Zustellung sind Mitarbeiter mit unterschiedlichen körperlichen oder kognitiven Einschränkungen im Einsatz, sowohl im Kundenkontakt als auch in der Tourenplanung. Auch gehörlose Mitarbeiter sind fixer Bestandteil der Zustellbasen und prägen dort den Teamalltag. In den Zentralbereichen arbeiten Mitarbeiter mit körperlichen Einschränkungen etwa in der Verrechnung oder im Diversitätsmanagement.

Walter Oblin, Generaldirektor, Österreichische Post AG: „Inklusion ist für uns nicht nur Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, sondern macht uns als Unternehmen insgesamt auch stärker. Rund 1.300 Menschen mit Behinderung erfahren bei der Post Freude, Sinn und Leistung, die Kernwerte unserer Unternehmenskultur. Wenn wir also Barrieren abbauen, erschließen wir neue Talente und stärken gleichzeitig unsere Innovationskraft und unsere Teams.“

Die Zusammenarbeit zwischen Österreichischer Post und Zero Project soll Inklusion als strategischen Faktor im Arbeitsmarkt weiter verankern und den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft stärken. (red)

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