CBRE-Analyse: Internationale Investoren kehren auf den österreichischen Immobilienmarkt zurück
© Tina Herzl
Manuel Bugl
RETAIL Redaktion 16.07.2026

CBRE-Analyse: Internationale Investoren kehren auf den österreichischen Immobilienmarkt zurück

53% des bisherigen Investitionsvolumens in heimische Immobilien entfiel heuer auf internationale Investoren - im Vorjahr waren es nur 35 Prozent.

WIEN. Der österreichische Immobilien-Investmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von rund einer Milliarde Euro erreicht. Das entspricht laut CBRE gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einem Rückgang von 31 Prozent. Ausschlaggebend dafür war vor allem das geringere Verkaufsvolumen offener Immobilienfonds, die das Marktgeschehen im Vorjahr maßgeblich geprägt hatten.

„Im vergangenen Jahr haben Verkäufe aus offenen Immobilienfonds das Marktvolumen dominiert. Diese Entwicklung ist dieses Jahr noch nicht zu erkennen, wenngleich marktfähiges Produkt dieser Fonds auf dem Markt ist. Wir sehen aber länger dauernde Transaktionszeiträume und erwarten signifikante Abschlüsse in der zweiten Jahreshälfte“, sagt Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE Österreich.

Besonders deutlich fiel der Rückgang im Wohnsegment aus. Das Investmentvolumen liegt hier rund 80 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Hauptgrund nennt CBRE die auseinanderliegenden Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern bei gleichzeitig hoher Nachfrage nach Wohnimmobilien.

Internationale Käufer gewinnen an Bedeutung
Mehr als die Hälfte des bisherigen Investmentvolumens entfiel auf internationale Investoren. Ihr Anteil stieg von 35 Prozent im Vorjahr auf aktuell 53 Prozent. Vor allem größere Transaktionen wurden von ausländischem Kapital getragen. „Wir beobachten seit Jahresbeginn eine spürbar steigende Aktivität internationaler Investoren. Österreich rückt wieder stärker in den Fokus institutioneller Anleger, dies ist ein gutes Zeichen für unseren Standort“, so Bugl.

Bei den Assetklassen lag Retail im ersten Halbjahr mit einem Anteil von 27 Prozent knapp vor Hotels mit 26 Prozent. Wohnen erreichte trotz des Rückgangs 15 Prozent und belegte Rang drei. Im zweiten Quartal sorgten unter anderem mehrere High-Street-Transaktionen auf der Mariahilfer Straße und Kärntner Straße für eine starke Entwicklung im Einzelhandelssegment. Zu den größten Abschlüssen zählten zudem der Verkauf der Arkade Meidling sowie des Leonardo Smart Vienna Airport Hotels an einen israelischen Investor.

CBRE verweist außerdem auf mehrere großvolumige Transaktionen, die sich derzeit in Vorbereitung befinden, darunter das Goldene Quartier und das Hotel Park Hyatt in Wien. Zwar hätten geopolitische Unsicherheiten und das veränderte Zinsumfeld im zweiten Quartal zu einer vorsichtigeren Haltung vieler Investoren geführt, die Marktgrundlagen blieben jedoch stabil. „Kurzfristig haben geopolitische Unsicherheiten einige Investitionsentscheidungen verzögert. Wir sehen aber eine gut gefüllte Pipeline größerer Transaktionen. Die Kombination aus steigender internationaler Nachfrage und einer zunehmenden Marktaktivität stimmt uns für die zweite Jahreshälfte optimistisch“, sagt Bugl.

Bei den Spitzenrenditen verzeichnete CBRE im zweiten Quartal leichte Anstiege für High-Street-Retail, Wohn- sowie Logistikimmobilien. Unverändert blieben die Spitzenrenditen für Büroimmobilien und Hotels. (red)

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