„Coca-Cola Real Talk” ging in die zweite Runde
© Martin Steiger
Im Gespräch Wassermanagement-Experte Philipp Weller (l.) am Podium mit Herbert Bauer, General Manager von Coca-Cola HBC Österreich.
RETAIL Redaktion 14.04.2023

„Coca-Cola Real Talk” ging in die zweite Runde

Nach der Zukunft von Getränkeverpackungen stand diesmal vor allem die Wasserknappheit im Fokus.

••• Von Paul Hafner

Im vergangenen Juni lud Coca-Cola Österreich zum ersten „Real Talk” – einem neuen, interaktiven Dialogformat, in welchem der Themenkreis Nachhaltigkeit und Recycling öffentlich diskutiert wird. Nachdem bei der Auftaktveranstaltung die Reduktion von Verpackungsmüll, die Erhöhung der Mehrwegquote und alternative Verpackungsstoffe im Fokus standen, rückte beim zweiten österreichischen Real Talk – neuerlich in Wien, diesmal in der Urania – die Knappheit der Ressourcen, allen voran des Wassers, in den Mittelpunkt.

Die zunehmende Relevanz dieses Themas stellte Andreas Beckmann, Regional CEO WWF-CEE, außer Frage: „Wir müssen uns vor Augen führen, wie wertvoll Wasser ist, denn nur 2,5 Prozent des weltweiten Wasservorkommens sind Süßwasser, zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 2030 wird uns weltweit 40 Prozent weniger Wasser zur Verfügung stehen, was für bestimmte Regionen besonders problematisch sein wird – nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Natur.”
Auch dem Donauraum kommt hier eine spezielle Bedeutung zu, wie Wassermanagement-Experte Philipp Weller von der International Association of Danube Water Companies unterstrich: „Österreich ist ein Land mit großen Wasservorkommen, mit denen man verantwortungsvoll umgehen muss, damit sie nutzbar bleiben. Das gilt auch für die Flüsse als Transportsysteme, die erhalten bleiben müssen. Die Natur hat das Wassersystem sehr gut organisiert, wir Menschen haben es leider teilweise zerstört.”

Ein wertvolles Gut

Nachdem Wasser der wichtigste Grundstoff der Getränkeindus-trie ist, kommt ihr auch eine entsprechend große Verantwortung zu. „Dieser kommen wir mit zielgerichteten und ressourcenschonenden Maßnahmen nach, die dazu beigetragen haben, unseren Wasserverbrauch in den letzten zehn Jahren um 45 Prozent zu reduzieren”, stellt Herbert Bauer, General Manager bei Coca-Cola HBC Österreich, klar. International unterstütze das Coca-Cola System zahlreiche Programme, auch entlang der Donau, um Feuchtgebiete zu revitalisieren und instand zu halten.

Barbara Janker, Global Marketing & Communications Director Aquaculture Stewardship Council (ASC), rief das Potenzial des Lebenselixiers Wasser für die Nahrungserzeugung in Erinnerung: „Für uns als Standardsetzer für Zuchtfisch ist es wichtig, wie mit dem Wasser umgegangen und dass das Wasser nach der Entnahme in hoher Qualität wieder rückgeführt wird. Wir müssen uns überlegen, wie wir Lebensmittel effizienter herstellen können und vermehrt auf Lebensmittel setzen, die einen kleinen Wasserfußabdruck haben. Es gibt hier bereits viele Ideen, Dinge werden ganz neu gedacht. So bieten beispielsweise Algen als Lebensmittel und Futtermittel viel Potenzial und tragen in der Rinderzucht zur Reduktion des Methanausstoßes bei.”

Kreislaufwirtschaft im Fokus

Nicht nur Wasser ist ein knappes Gut, der sorgsame Umgang mit Ressourcen ist auch bei Verpackungsmaterial gefragt – und war dementsprechend Teil der zweiten Diskussionsveranstaltung des Abends.

„Unsere Gesellschaft wächst, und solange dies der Fall ist, wird es schwierig mit der Kreislaufwirtschaft. Sie funktioniert erst, wenn wir ein Fließgleichgewicht herstellen können, in dem der Input ungefähr dem Output entspricht. Eine 100 Prozent-Recyclingquote wird es außerdem nicht geben, es gibt immer Verluste, die man aber gering halten kann”, mahnte Helmut Rechberger, Vorstand des Institus für Wassergüte und Ressourcenmanagement an der TU Wien, zu Realismus.
Veronika Wüster, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), knüpfte daran an: „Ressourcenschonung ist das Gebot der Stunde – die Abfallwirtschaft kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, auch in Bezug auf Rohstoffunabhängigkeit und Energieversorgung. Neue Technologien ermöglichen es uns noch mehr, in den Sekundärrohstoffmarkt zu gehen. Allerdings muss man den linearen Weg vom Produkt zum Abfall neu denken: Recycling muss im Mittelpunkt stehen, damit wir die Wiederverwertbarkeit von Produkten erhöhen können.”
In vielen Bereichen sei Österreich bereits Vorreiter, „etwa bei Glas, Metall oder Papier”. Im Bereich der Kunststoffverpackungen gebe es allerdings „noch deutlichen Aufholbedarf – wobei wir im PET-Recyclingprozess schon sehr weit sind”, sah Wüster auch Anlass für Optimismus.

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