dm baut in Kronstorf an der Logistik der Zukunft
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RETAIL Redaktion 22.05.2026

dm baut in Kronstorf an der Logistik der Zukunft

230 Mio. Euro: dm setzt auf Wachstum und Nachhaltigkeit. Und verdoppelt dabei die Logistikkapazitäten.

••• Von Christian Novacek

Mit einem Investitionsvolumen von 230 Mio. € errichtet dm drogerie markt im oberösterreichischen Kronstorf ein neues Verteilzentrum. Das steht für die größte Einzelinvestition in der 50-jährigen Geschichte der dm Gruppe Österreich und Verbundene Länder. Der neue Standort ergänzt das bestehende Verteilzentrum im benachbarten Enns und soll hierzulande die Logistikkapazitäten des Unternehmens schlichtweg verdoppeln. Hintergrund der Investition ist ein anhaltendes Wachstum: Im vergangenen Jahr wurden in den österreichischen dm-Märkten und im Onlineshop insgesamt 375 Mio. Produkte verkauft – mehr als 20 Mio. Stück beziehungsweise 5,7% mehr als im Jahr davor. „2025 wurden in unseren Märkten und im Onlineshop über 20 Millionen Produkte mehr eingekauft als im Jahr zuvor“, erklärt entsprechend Harald Bauer, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung. Diese Dynamik habe sich zuletzt weiter beschleunigt.

Wahre Preiswürdigkeit
Hintergrund dazu sei die aktuelle Preisentwicklung: Während viele Konsumenten weiterhin unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden, sei es dm gelungen, die Inflation im eigenen Warenkorb 2025 nahezu bei null zu halten. „Damit konnten wir viele zusätzliche Kundinnen und Kunden für dm begeistern“, ist Bauer überzeugt.
Das bestehende Verteil­zentrum in Enns sei mittlerweile vollständig ausgelastet. „Unser Standort in Enns ist buchstäblich bis zum letzten Quadratmeter genutzt“, sagt Bauer. Erweiterungen oder größere technologische Modernisierungen seien dort kaum mehr möglich. Das neue Verteilzentrum soll daher nicht nur zusätzliche Kapazitäten schaffen, sondern auch moderne Prozesse, bessere Arbeitsbedingungen und mehr ökologische Nachhaltigkeit ermöglichen.

Ein „Ja!“ zu Austria
Besonders bemerkenswert sei die Entscheidung zugunsten des Standorts Österreich. Laut dem Geschäftsführungs-Vorsitzenden hätte das Projekt in einem Nachbarland schneller und günstiger umgesetzt werden können. „Wir haben uns trotzdem so und nicht anders entschieden und damit ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Österreich abgegeben“, betont der dm-Manager. Sämtliche wesentlichen Gewerke und Leistungen seien an österreichische Unternehmen beziehungsweise regionale Partner vergeben worden – von Holzbau und Betonfertigteilen über Elektrik bis hin zur Intralogistik.

Darüber hinaus soll das neue Verteilzentrum modernste Logistiktechnologie mit nachhaltiger Bauweise verbinden. Geplant sind u.a. großflächige Holzbauweise, mehr als 4.600 Photovoltaikmodule, Wärmepumpen sowie extensive Grün- und Biodiversitätsflächen. Rund 30% der Gesamtfläche bleiben unversiegelt, weitere elf Prozent werden bloß teilversiegelt. Zusätzlich entsteht ein rund 6.000 m² großer Öko-Grünpark mit Retentionsfläche, Löschteich und Biotopcharakter. Mehr als 100 Bäume sowie zahlreiche Sträucher sollen zusätzliche Lebensräume schaffen.

Nachhaltigkeitsfaktor Holz
„Überall, wo das technisch möglich und sinnvoll ist, setzen wir Holz als Baustoff ein, um den CO2-Fußabdruck gegenüber konventioneller Bauweise zu reduzieren“, erklärt dm-Österreich-Geschäftsführer Thomas Köck. Die Holzriegelfassade spare im Vergleich zu herkömmlicher Bauweise rund 360 t CO2 ein. Zudem sollen hochwertige Dämmung und moderne Energietechnik den Energieverbrauch deutlich senken. Auch beim Betrieb verfolgt dm konsequent den Grundsatz „raus aus Öl und Gas“. Photovoltaikanlagen auf Dachflächen, Freiflächen und Parkdeck sollen jährlich rund 2,3 GWh Strom erzeugen.

Mensch & Maschine
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Automatisierung der Logistikprozesse. Rund 80 autonome Transportfahrzeuge bewegen künftig Paletten zwischen den einzelnen Bereichen. Das Herzstück der Anlage bildet ein Kleinteile-Shuttlelager mit rund 260.000 Stellplätzen, das an 16 Kommissionierstationen angebunden ist. Ergänzt wird die Anlage durch fünf Hochregallagergassen mit insgesamt rund 15.500 Palettenplätzen. Ausgelegt ist das Verteilzentrum auf rund 385 Mio. Produkte jährlich sowie bis zu 2.000 Warenausgangspaletten pro Tag.

Nach einer ersten Anlaufphase sollen am Standort rund 300 Vollzeitmitarbeiter beschäftigt werden. Menschliche Arbeitskraft und automatisierte Systeme sollen dabei eng zusammenspielen. „Die Mitarbeitenden können sich auf wertschöpfende Prozesse konzentrieren und werden von reinen Transportprozessen entlastet“, erklärt Logistik-Prokurist Patrick Aichinger. Gleichzeitig sollen effizientere Transportabläufe und verstärkter Bahntransport helfen, den ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren.

Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht in der Investition ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort. Das Projekt stärke regionale Wertschöpfung, sichere Arbeitsplätze und unterstreiche die Bedeutung Oberösterreichs als leistungsfähiger Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb.

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