„Erholung war nur von kurzer Dauer“
© APA/Helmut Fohringer
Auch für das Gesamtjahr fällt die Prognose verhalten aus, WKÖ-Handelsspartenobmann Rainer Trefelik erwartet ein „neuerlich sehr herausforderndes Jahr für den Handel“.
RETAIL Redaktion 21.08.2026

„Erholung war nur von kurzer Dauer“

Die Handelskonjunktur rutscht im 1. Halbjahr 2026 real ins Minus – besonders der Großhandel schwächelt.

WIEN. Der heimische Handel kommt einfach nicht auf Touren: Gemäß am Mittwoch von der WKÖ und vom Institut für Österreichs Wirtschaft (iföw) präsentierten Zahlen verzeichnen die Einzelhändler im ersten Halbjahr ein reales Minus von 0,1%, der Großhandel büßt gar –1,9% ein.
„Die zaghafte Erholung im Vorjahr war leider nur von kurzer Dauer. Die Handelskonjunktur ist derzeit nicht dort, wo wir sie uns wünschen würden“, kommentiert Handelsspartenobmann Rainer Trefelik. Auch im EU-Vergleich verliert der österreichische Einzelhandel weiter an Boden.

Unter Europas Schwächsten
Insgesamt liegt die Inflationsrate im ersten Halbjahr 2026 bei +3,0% und damit neuerlich deutlich über dem EU-27-Durchschnitt von +2,7%. „Sowohl der Einzelhandel als auch der Großhandel belasten die Handelskonjunktur. Aber auch der bisherige Aufwärtstrend in der Kfz-Wirtschaft verliert 2026 an Dynamik“, erläutert iföw-Handelsforscher Peter Voithofer. Im EU-Ranking landet Österreich lediglich auf Rang 25 – und weist damit mittlerweile die drittschwächste Einzelhandelskonjunkturentwicklung unter den 27 EU-Mitgliedstaaten auf.

Insolvenzzahlen weiter hoch
Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt ein sehr differenziertes Bild: Die stärksten realen Zuwächse verzeichnen Spielwarenhandel (+5,6%), Drogerien (+4,8%) und der Schuheinzelhandel (+3,8%). „In diesen Branchen treffen steigende nominelle Umsätze auf sinkende Preise. Das führt dazu, dass die reale Umsatzentwicklung deutlich stärker ausfällt als das nominelle Wachstum“, erklärt Voithofer. Besonders schwach performen Uhren- und Schmuckhandel (real –5,3%), Elektrohandel (–4,9%) und Buchhandel (–4,6%). Weiterhin hoch und nur knapp unter dem Vorjahrsniveau liegen die Insolvenzzahlen (539 im 1. Hj. 2026, Vorjahrszeitraum: 565). (red)

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