WIEN. Der heimische Handel kommt einfach nicht auf Touren: Gemäß am Mittwoch von der WKÖ und vom Institut für Österreichs Wirtschaft (iföw) präsentierten Zahlen verzeichnen die Einzelhändler im ersten Halbjahr ein reales Minus von 0,1%, der Großhandel büßt gar –1,9% ein.
„Die zaghafte Erholung im Vorjahr war leider nur von kurzer Dauer. Die Handelskonjunktur ist derzeit nicht dort, wo wir sie uns wünschen würden“, kommentiert Handelsspartenobmann Rainer Trefelik. Auch im EU-Vergleich verliert der österreichische Einzelhandel weiter an Boden.
Unter Europas Schwächsten
Insgesamt liegt die Inflationsrate im ersten Halbjahr 2026 bei +3,0% und damit neuerlich deutlich über dem EU-27-Durchschnitt von +2,7%. „Sowohl der Einzelhandel als auch der Großhandel belasten die Handelskonjunktur. Aber auch der bisherige Aufwärtstrend in der Kfz-Wirtschaft verliert 2026 an Dynamik“, erläutert iföw-Handelsforscher Peter Voithofer. Im EU-Ranking landet Österreich lediglich auf Rang 25 – und weist damit mittlerweile die drittschwächste Einzelhandelskonjunkturentwicklung unter den 27 EU-Mitgliedstaaten auf.
Insolvenzzahlen weiter hoch
Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt ein sehr differenziertes Bild: Die stärksten realen Zuwächse verzeichnen Spielwarenhandel (+5,6%), Drogerien (+4,8%) und der Schuheinzelhandel (+3,8%). „In diesen Branchen treffen steigende nominelle Umsätze auf sinkende Preise. Das führt dazu, dass die reale Umsatzentwicklung deutlich stärker ausfällt als das nominelle Wachstum“, erklärt Voithofer. Besonders schwach performen Uhren- und Schmuckhandel (real –5,3%), Elektrohandel (–4,9%) und Buchhandel (–4,6%). Weiterhin hoch und nur knapp unter dem Vorjahrsniveau liegen die Insolvenzzahlen (539 im 1. Hj. 2026, Vorjahrszeitraum: 565). (red)
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