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Global Economy Watch: 2020 wird das Jahr der „Slowbalisation“ für die Weltwirtschaft © PwC Österreich

Rudolf Krickl

© PwC Österreich

Rudolf Krickl

Redaktion 09.01.2020

Global Economy Watch: 2020 wird das Jahr der „Slowbalisation“ für die Weltwirtschaft

Nach neuesten Prognosen wird die Weltwirtschaft in Bezug auf die Kaufkraftparität (KKP) im Jahr 2020 um 3,4 Prozent wachsen, verglichen mit dem Langzeitdurchschnitt des 21. Jahrhunderts von 3,8 Prozent pro Jahr.

WIEN. Ein Lichtblick bleibt laut Einschätzung von PwC der Dienstleistungssektor, wobei der prognostizierte globale Wert für Dienstleistungsexporte 2020 auf einem Rekordhoch von 7 Billionen US-Dollar liegt. Die USA und Großbritannien sollen weiterhin an der Spitze der Dienstleistungsexporte bleiben. Es wird jedoch erwartet, dass China im Laufe des Jahres den Viertplatzierten Frankreich überholen wird.

Ungewisser Ausblick für den Welthandel
Seit den 1970er-Jahren stellt die Globalisierung eines der wichtigsten Merkmale der Weltwirtschaft dar. Dennoch sank das Volumen des weltweiten Warenhandels drastisch und war 2019 sogar rückläufig. In Zusammenhang mit der faktischen Auflösung des Streitbeilegungsmechanismus der Welthandelsorganisation (WTO) im Dezember könnten schwierigere Zeiten auf den Welthandel zukommen, so die Prognose.

„Wir steuern auf eine Zeit der ,Slowbalisation‘ zu und erwarten, dass es im Jahr 2020 in der Weltwirtschaft nur ein unterdurchschnittliches Wachstum geben wird. Für die ohnehin angespannte Situation im Welthandelt birgt dies große Herausforderungen. Auch die heimische Wirtschaft wird in den kommenden zwölf Monaten nur mäßig wachsen“, analysiert Rudolf Krickl, Partner und Markets Leader bei PwC Österreich.

Generell mehr Arbeitsplätze, jedoch nicht unbedingt gerecht verteilt
Laut Global Economy Watch werden die G7-Länder weiterhin Arbeitsplätze schaffen, und zwar bis zu etwa 2 Millionen. Vier von fünf neuen Arbeitsplätzen in den G7-Ländern werden in den USA, Großbritannien und Japan geschaffen werden. Da der Arbeitskräfte-Pool in den G7-Ländern nach und nach ausgeschöpft wird, werden die Erträge ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Mangels Produktivitätssteigerungen könnten die Gewinnspannen der Unternehmen jedoch gedrückt werden.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) erwartet ähnlich hierzu, dass die sieben größten Schwellenländer, die E7, etwa 8 Millionen Jobs netto schaffen. Die Beschäftigungsprognosen der ILO für die G7-Länder zeigen, dass Arbeitsplätze von Männern und Frauen gleichermaßen eingenommen werden. Für die E7 erwartet die ILO jedoch, dass sich die Schaffung von Arbeitsplätzen weniger gerecht auf die Geschlechter verteilt.

Indien klettert voraussichtlich in globalen Wirtschafts-Rankings nach oben
Gemäß den neuesten IWF-Prognosen konnte Indien im Jahr 2019 Großbritannien und Frankreich überholen und ist nun die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Dies ist ein fortlaufender Prozess, in dem Indien nach aktuellen Trends Deutschland wahrscheinlich bis 2025 und Japan bis 2030 überholen und hinter China und den USA die größte Volkswirtschaft sein wird. Frankreich und Großbritannien werden nun um den sechsten Platz in den Rankings buhlen, wobei ihre jeweilige Stellung vom Wert des Pfund Sterling im Vergleich zum Euro abhängt, der 2020 wahrscheinlich volatil bleibt.

Bevölkerung so groß – und alt – wie nie zuvor
Es wird erwartet, dass die Weltbevölkerung 2020 einen Wert von 7,7 Milliarden erreichen wird, was ein Wachstum von 10 Prozent gegenüber dem Wert vor zehn Jahren darstellt. China, Indien und Subsahara-Afrika werden voraussichtlich für die Hälfte des jährlichen weltweiten Bevölkerungswachstums verantwortlich sein. Gleichzeitig wird die Zahl der Personen über 60 Jahren voraussichtlich die Ein-Milliarden-Grenze überschreiten. Es wird erwartet, dass es in China mehr Personen über 65 Jahren geben wird als in den sechs anderen größten Schwellenländern zusammen. (red)

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