Neue Strukturen  und klare Strategien
© Martina Berger
Susanne Hudelist, Katharina Scheyerer-Janda, Maria Wedenig und Beatrice Gesswagner
MARKETING & MEDIA Redaktion 27.03.2026

Neue Strukturen und klare Strategien

ikp setzt auf weibliche Führung, strategische Beratung und digitale Weiterentwicklung als Wachstumsfelder.

••• Von Dinko Fejzuli

Bei der Kommunikationsagentur ikp Wien hat eine neue Ära begonnen. Nach 35 Jahren hat sich Agenturgründer Peter Hörschinger aus der operativen Leitung zurückgezogen. Was nach einem einschneidenden Generationenwechsel klingt, ist in Wahrheit eine seit langem vorbereitete Weichenstellung: Die Agentur präsentiert sich nun mit einer rein weiblichen Führungsebene, bestehend aus den langjährigen Geschäftsführerinnen Susanne Hudelist und Maria Wedenig sowie Beatrice Gesswagner, die den Bereich Finance und Controlling verantwortet und Katharina Scheyerer-Janda, die den neuen Schwerpunktbereich Innovation und Digitalisierung leitet.

Dieser neue Bereich ist ein zentraler Bestandteil der Neuaufstellung. Scheyerer-Janda ist zertifizierte KI-Managerin und sieht in der Agenturgröße einen entscheidenden Vorteil für die Bewältigung der digitalen Transformation. „Gerade das Thema KI, das Thema Digitalisierung, da kommt momentan ganz, ganz viel auf unsere Branche zu und da kann man gemeinsam mehr bewegen“, erklärt Scheyerer-Janda ihren Wechsel von der langjährigen Selbstständigkeit in die Agenturleitung.

Vorreiter ikp
Dabei geht es ikp nicht nur um die reine Anwendung von KI-Tools, sondern um deren strategische Einbettung. Scheyerer-Janda betont den Unterschied zwischen Effizienz und Differenzierung: „KI strategisch zu nutzen, das ist ein großer Unterschied. ikp war hier bereits Vorreiter, diese Rolle weiter zu zementieren sehe ich als meine Aufgabe“. Ziel sei es, den Kunden durch neue Produkte und eine optimierte Sichtbarkeit in der digitalen Welt – Stichwort: Generative Engine Optimization (GEO) – einen echten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Gemessen an den Branchen ist der Kundenstamm bei ikp breit aufgestellt: Bei Handel und Gewerbe, Gesundheit und Pharma, Technik, Energie sowie Infrastruktur, Bauen und Wohnen verfügt die Agentur über große Expertise. Im Zentrum steht dabei stets die strategische Beratung. „Grundsätzlich sieht man, dass die Budgets in Richtung Strategieberatung gehen. Wir wickeln als Agentur von Strategieentwicklung, Begleitung von Changeprozessen, Social Content bis hin zur Infografik alles ab, Beratung ist aber die Konstante“, fasst Gesswagner zusammen.

Breit aufgestellte Gruppe
Im letzten Jahr hat ikp mit der formellen Gründung der ikp-group der Struktur noch einmal Nachdruck verliehen. Die Standorte in Wien, Salzburg und Vorarlberg sind jeweils als eigenständige GmbHs innerhalb des Netzwerkes organisiert, dazu kommt das Büro in Graz als Dependance der Wiener GmbH. Den Bereich Performance Marketing deckt group member KPTN Marketing, ebenfalls in Graz, ab. Gesamt beschäftigt die ikp group 45 Köpfe. Wichtig ist den Geschäftsführerinnen dabei die eigentümergeführte Struktur. „Dass wir als Agentur in dieser Größe unabhängig sind, ist eine gute Sache“ unterstreicht Wedenig den Vorteil der Struktur.

Die Mitarbeiterzufriedenheit wird bei ikp ebenfalls großgeschrieben. Bereits vor einigen Jahren stellte die Agentur von einer 40- auf eine 36-Stunden-Woche um, bei vollem Lohnausgleich. Auch in den Büros entschied man sich, den Wünschen des Teams entsprechend, von Shared Desk-Großraumbüros Abstand zu nehmen. „Jeder Mitarbeiter hat bei uns seinen eigenen Schreibtisch, auch wenn er ihn nur einmal im Monat braucht. Auch die Arbeitszeitverkürzung hat sich auf den Umsatz null ausgewirkt, aber die Fluktuation positiv beeinflusst“, fasst Hudelist zusammen.

Keine politische Verortung
Die politische Neutralität der Agentur, die seit 35 Jahren konsequent gewahrt wird, bleibt auch weiterhin bestehen. „Wir haben uns immer absolut abgegrenzt und machen keine politische Kommunikation, weder für Parteien noch für einzelnen Akteure“, stellt Susanne Hudelist klar. An Bedeutung hat dagegen in letzter Zeit die Krisenkommunikation gewonnen, was beim Blick auf aktuelle globale und heimische Krisenherde wenig überrascht. Es habe bei Krisenkommunikation und Change Communications für Veränderungsprozesse einen spürbaren Anstieg gegeben, meint Wedenig, viele der Anfragen seien zudem kurzfristiger Natur. Hudelist warnt jedoch davor, erst beim Ausbruch einer Krise aktiv zu werden: „Das Wichtigste im Krisenfall ist die Vorbereitung.“

Influencer: Ja, aber …
Auch im Bereich Influencer Marketing ist ikp verstärkt aktiv. Hier gehe es vor allem um Glaubwürdigkeit und Transparenz. „Es geht darum, jemanden auszusuchen, der zur Marke passt und dem man abnimmt, authentischen Content für diese Marke zu machen. Auch hier steht für uns der Beratungsansatz im Vordergrund“, führt Wedenig aus. Scheyerer-Janda ergänzt, dass es gerade für ältere Zielgruppen, die von Unternehmen vermehrt angesprochen werden, Influencer aus der entsprechenden Altersgruppe brauche. „Glaubwürdigkeit ist in dem Bereich ein riesiges Thema. Werbung muss transparent offengelegt werden, sonst fühlen sich User hinters Licht geführt und es ist schwierig, den anschließenden Imageschaden wiedergutzumachen.“

Erfahrung als Garant
Für die Zukunft ist die ikp group jedenfalls gut aufgestellt. Der Umsatz, 2025 bereits auf hohem Niveau, wird nach aktuellen Prognosen heuer noch deutlich höher liegen. Im Neukundenbereich will man sich auch weiterhin auf die Branchen konzentrieren, in denen man bereits gut verankert sei, so Wedenig. Den mancherorts vorherrschenden Pessimismus teilen die Geschäftsführerinnen nicht. „Ich höre sehr viel Negatives in der Branche, aber wenn ich mir ansehe, welche Krisen – von der Techblase über die Finanzkrise – wir bereits gemeistert haben, dann bleibe ich stoisch ruhig“, so Hudelist. Der breite Ansatz der ikp group mit Kunden aus unterschiedlichen Branchen und die Spezialisierung auf komplexe Themen sei zudem ein wichtiger Resilienzfaktor, ergänzt Wedenig abschließend.

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