Gurkerl profitiert vom Rückzug der Konkurrenz
© Gurkerl Dragan Dok
RETAIL Redaktion 14.09.2026

Gurkerl profitiert vom Rückzug der Konkurrenz

Der Lebensmittelzusteller Gurkerl verzeichnet nach dem Rückzug mehrerer Supermarktketten aus dem Online-Geschäft deutliche Zuwächse.

WIEN. Die monatlichen Bestellungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50% auf über 100.000, die Zahl der monatlich aktiven Kunden ebenfalls um 50% auf mehr als 35.000, erklärte Rohlik-DACH-Chef Richard Harris. Kurzfristig sorge der Rückzug von Mitbewerbern für zusätzliche Bestellungen, langfristig würde mehr Wettbewerb nach Ansicht von Harris jedoch den gesamten Online-Lebensmittelhandel beleben.

Gurkerl ist seit Ende 2020 in Wien aktiv und führt derzeit rund 14.000 Produkte, darunter mehr als 3.000 rezeptfreie Arzneimittel in Kooperation mit einer Apotheke. Billa hatte seine eigene Hauszustellung Ende Jänner 2026 eingestellt und setzt auf eine Kooperation mit Foodora. Interspar beendete seine Lebensmittelzustellung bereits im September 2025, Hofer die Zusammenarbeit mit Roksh Ende Juni 2026. Mpreis und Unimarkt hatten ihre Online-Shops bereits 2024 geschlossen.

Gurkerl war nach eigenen Angaben in den vergangenen neun Monaten insgesamt operativ profitabel. Dazu beitragen soll das im Herbst 2024 eröffnete hochautomatisierte Warenlager. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 300 Mitarbeiter, weitere Kräfte sind über Partnerunternehmen im Lager und in der Zustellung tätig. Anfang 2023 waren es noch rund 1.000 Beschäftigte. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Gurkerl 53,6 Mio. Euro Umsatz und einen Jahresverlust von 12,8 Mio. Euro. Seit dem Start summierte sich der Bilanzverlust bis Ende April 2025 auf 94 Mio. Euro.

Eine Expansion mit einem weiteren Lager in Österreich ist derzeit nicht geplant. Stattdessen will Gurkerl in Wien und Umgebung wachsen und das Liefergebiet ausweiten. Einen Schwerpunkt bildet zudem das Eigenmarkensortiment: Die derzeit rund 480 Produkte sollen bis Frühjahr 2027 auf etwa 1.000 verdoppelt werden. Aktuell entfallen rund 6% des Umsatzes auf Eigenmarken.

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